Auch diesen Monat flatterte die Öko-Test wieder in unseren Briefkasten und ich war sehr gespannt darauf. Insbesondere die Ergebnisse bei Reis und den Körperpeelings interessierten mich. Schlimmstes befürchtend schlug ich dann also das aktuelle Heft auf und will es kurz für euch zusammen fassen:

Reis

Nachdem letzten Monat die Feldsalate beleuchtet wurden, ist diesen Monat der Reis dran. Auch Reis ist ein Lebensmittel, das als eher gesund und gute Alternative zu Nudeln oder Kartoffeln gesehen wird. Dass dieser aber aufgrund seiner Eigenschaft, Schadstoffe aus dem Boden zu ziehen, nicht ganz unproblematisch ist, zeigten in den letzten Jahren z.B. die Tests von Reiswaffeln.

Erschreckend ist das Ergebnis beim Vollkornreis. Gerade ernährungsbewusste Menschen greifen eher dazu, da er mehr Nährstoffe enthält. Leider sorgt sein Vorteil auch zu seinem Nachteil, denn alle getesteten Vollkornreissorten fielen durch einen stark erhöhten Arsengehalt auf. Das Problem dabei ist, dass sich gerade in den nährstoffreichen Randschichten der Reiskörner zwar die meisten Nährstoffe befinden, sich aber auch die meisten Schadstoffe ablagern.

Dadurch war das beste Ergebnis beim Vollkornreis die Note „befriedigend“, die beispielsweise der Dennree Langkornreis Vollkorn erzielen konnte.

Zusätzlich zu der Belastung mit Arsen kamen bei den anderen fünf getesteten Vollkornreis-Sorten auch noch Verunreinigungen mit Mineralölen bzw. bei einem erhöhte Pestizidrückstände.

Einer der mit „ungenügend“ bewerteten Produkte ist der Vollkornreis von Alnatura. In seiner Stellungnahme zieht Alnatura sich auf gesetzliche Grenzwerte zurück. Also ich finde, gerade ein Bio-Hersteller sollte höhere Ansprüche an sich und seine Produkte haben, vor allen da bekannt ist, dass gesetzliche Grenzwerte in weiten Teilen nicht der Sicherheit von Personen sondern eher industriellen Interessen dient.

Das beste Ergebnis im Test konnten der Basmatireis verbuchen. Hier erzielte der Bon-Ri Basmati Reis von Aldi Nord sogar ein „sehr gut“. Zwei andere erhielten immerhin noch ein „gut“. Das schlechteste Ergebnis war ein „ausreichend“ für den Gepa Weltküche Bio Basmati, bei dem eine Verunreinigung mit Mineralölen vorlag.

Auch der Langkornreis konnte noch ganz akzeptable Ergebnisse erzielen: 2x „gut“, 3x „befriedigend“ und nur 2x „ausreichend“.

Öko-Test gibt noch den Tipp, Reis vor dem Kochen zu Waschen und besser in viel Wasser zu kochen und das überschüssige Wasser am Ende abzugießen. Vom Vollkornreis wird aufgrund der hohen Belastung abgeraten.

Matetee

Wer sich gesund ernähren möchte, seinen Kaffeekonsum einschränken oder etwas abnehmen will, greift gern zu Tee. Gerade Matetee wird nachgesagt, er würde das Hungergefühl hemmen und kann so sehr gut beim Abnehmen unterstützen.

Um so erschreckender das Ergebnis von Öko-Test. Von 14 getesteten Matetees bekamen 12 ein „ungenügend“. Doch damit nicht genug – 10 davon wurden sogar als „nicht verkehrsfähig“ eingestuft.

Alle 12 als „ungenügend“ bewerteten Tees wiesen einen über den gesetzlichen Rückstandhöchstmengen liegenden Gehalt an Anthrachinon auf. Hierbei handelt es sich um ein Pflanzenschutzmittel, dass seit 2009 in der EU verboten ist, da es krebserregend auf Niere und Leber wirken kann.

Allein ein Matetee enthält Anthrachinon nur in Spuren und weist auch sonst keine Mängel auf: der Oasis Bio Kräutertee Mate Grün.

Bei den Tees ohne Bio-Siegel erreichte immerhin einer noch ein „befriedigend“. Alle anderen wiesen neben Rückständen von Anthrachinon auch noch erhöhte Pestizidgehalte auf.

Fazit des ganzen Test kann eigentlich nur sein: trinkt keinen Matetee. Zwei Hersteller haben entsprechend reagiert: Tee Gschwender setzte den Verkauf von Matetee komplett aus. Salus teilte mit, dass sie aufgrund der bekannten Anthrachinon-Problematik sowieso Matetee aus dem Sortiment nehmen und derzeit nur noch Restbestände verkauft würden,

Körperpeelings

Sehr gespannt war ich auch auf den angekündigten Test der Körperpeelings. Schließlich gibt es seit einiger Zeit eine freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller, insbesondere bei Peelings auf das problematische Mikroplastik zu verzichten. Leider zeigte meine Erfahrung, wenn ich mal ein Peeling eines konventionellen Herstellers in die Hand nahm, dass es damit nicht sehr weit her ist.

Genau zu dem gleichen Schluss kommt auch Öko-Test. Allein die acht Körperpeelings mit Naturkosmetiksiegel können ein „sehr gut“ erreichen. Bei den konventionellen Peelings kommt nur ein einziges ohne Mikroplastik aus, nämlich das Biotherm Oil Therapy Peeling-Öl. Da dieses aber PEGs enthält, kann es insgesamt nur ein „gut“ erreichen.

Ja, ihr habt richtig gelesen: alle anderen konventionellen Körperpeelings enthalten Mikroplastik! Selbst sich naturnah und umweltfreundlich gebende Hersteller wie Treaclemoon, Body Shop und Yves Rocher verzichten trotz Selbstverpflichtung nicht darauf. Allein das sollte Grund genug sein, sie im Laden stehen zu lassen. Doch zehn von ihnen enthalten außerdem noch PEGs und fünf den problematischen Duftstoff Lilial.

Fazit des Ganzes kann also nur sein: Peelings besser nur von Herstellern mit Naturkosmetik-Siegel kaufen.

Buntstifte

Wer glaubt, wenigstens bei einem für Kinder so wichtigen Gegenstand wie Buntstiften würde endlich mal ein positives Ergebnis herauskommen, wird wieder enttäuscht. Von 20 getesteten Buntstiftsets schnitten ganze 15 mit „ungenügend“ ab. Nur jeweils einmal konnten die Noten „sehr gut“ und „gut“ vergeben werden.

Selbst Buntstifte von renommierten Marken wie Faber-Castell, Lamy und Stabilo fielen komplett durch. Weichmacher, bedenkliche Farbstoffe, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe usw. waren in vielen Stiften zu finden. Gerade bei einem Produkt, das Kinder auch gern mal in den Mund nehmen und das sie lange in den Händen halten, ein absolutes No Go.

So bemängelt Öko-Test dann auch, dass bei Buntstiften laschere gesetzliche Vorgaben gelten als bspw. bei Textilien.

Fazit: Ich achte bei meinen Kinder sowieso schon immer darauf, dass sie Buntstifte nicht in den Mund nehmen, da dies leider nicht der erste Test ist, der diese Ergebnisse aufzeigt. Zukünftig werde ich noch mehr darauf achten.

Babybodys

Auch Kleidungsstücke für Kinder hat Öko-Test wieder unter die Lupe genommen und endlich sind die Testergebnisse mal nicht so erschütternd wie bei den vorherigen Produkten. Immerhin konnte dieses Mal die Note „sehr gut“ für sieben und die Note „gut“ für elf Babybodys vergeben werden.

In erster Linie bemängelte Öko-Test die optischen Aufheller, die ohne wirklichen Sinn für innenliegende Etiketten benutzt werden. In zwei Bodys wurden hingegen noch Weichmacher, in einem halogenorganische Verbindungen und im schlechtesten Produkt im Test Anilin nachgewiesen. Da Anilin als krebsverdächtig gilt, wurde der Babybody von Primark sehr stark abgewertet und erhielt als einziges Produkt im Test die Note „ungenügend“.

Also ich finde es beruhigend, dass wenigstens die Babybodys eine halbwegs gute Figur machen konnten und man dort durchaus auch auf die Produkte günstigere Anbieter wie H&M oder C&A zurückgreifen kann.

Sonstiges

Weitere Tests im Heft sind: Hausratversicherungen und graue Wandfarbe. Außerdem geht es um fermentierte Lebensmittel, optimale Heizkörper und energieeffiziente Eigenheime.

Bei den „Nachwirkungen“ schafft es das Bellybutton Mama Streifenlos Körperöl sich von „befriedigend“ auf „sehr gut“ zu verbessern, nachdem der problematische Duftstoff Lilial nun weggelassen wird.

Weitere Tipps und Beiträge findet ihr wie immer im Heft.

Link zur Zeitschrift

Öko-Test Februar 2017

4 KOMMENTARE

  1. Ich habe die Öko-Test auch hier und fand vor allem die Sache mit dem Reis mal wieder erschreckend. Die Reaktion von Alnatura hat mich schlicht und einfach enttäuscht. Ich glaube nicht, dass der Kunde einen (leider mal wieder) jämmerlichen Protest hören bzw. lesen möchte! Gepa reagiert hier wesentlich professioneller, dort wird erst mal genauestens recherchiert, wo der Hund begraben ist. Bisher war ich Alnatura- und Gepa-Fan, inzwischen distanziere ich mich doch etwas von Alnatura. Schade!

  2. Oha, die Buntstift Thematik. Erinnert mich an einen Beitrag im österreichischen „Konsument“ (müsste eine ähnliche Zeitschrift wie die Ökotest sein) in dem es um Fingerfarben ging. War damals beim kleinen Künstler gerade hoch im Kurs und ich war echt enttäuscht von den miesen Ergebnissen und den Inhaltsstoffen. Nur eine einzige Marke aus dem Bioladen war damals positiv bewertet, falls ich mich nicht irre. Sind zufällig auch Jolly Stifte bewertet worden bzw. findet man die Artikel im Netz?
    Liebe Grüße

    • Ich finde das auch immer wieder enttäuschend, dass so viele Produkte für Kinder so schlecht abschneiden. Die Stifte von Jolly wurden übrigens nicht getestet. Den kompletten Artikel (allerdings ohne die Testergebnisse) findest du, wenn du unten dem Link zu Öko-Test folgst.

      LG Michaela

  3. Es ist schon gruselig, was jeden Tag auf unseren Tellern landet. Da kauft man Bio- bzw. Vollkornreis und denkt man tut seiner Gesundheit etwas Gutes und dann ist da auch kein Verlass darauf. Danke für den Einblick ins Öko-Test Heft, ich habe es nämlich noch nicht im Abo.

    LG Brigitte

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