Öko-Test Ausgabe Juli 2010 – After Sun Produkte

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Vor ein paar Tagen bekam ich mal wieder die neueste Öko-Test. Nachdem im letzten Monat die Sonnenschutzmittel getestet wurden, beschäftigt sich Öko-Test in diesem Monat in der Kategorie „Kosmetik“ mit After-Sun-Lotionen.

After-Sun-Produkte

Nach dem Sonnenbaden ist die Haut häufig trocken und wenn man es übertrieben hat, vielleicht auch leicht gerötet oder brennt gar leicht. Hier sollen sog. After-Sun-Lotions Abhilfe schaffen und der Haut viel Feuchtigkeit geben, kühlen und ggf. auch leicht heilend wirken. Ob man der Haut mit den angebotenen Produkten wirklich hilft oder ihr eher schadet, wollte Öko-Test in seinem neuesten Test herausfinden. So wurde insbesondere auf Inhaltsstoffe untersucht, die der Haut mit Sicherheit nicht bei der Erholung helfen, wie bspw. aggressive Konservierungsmittel, allergieauslösende Duftstoffe, Paraffine, Silikone oder PEGs.

Kritisch merkt Öko-Test z.B. den Einsatz des Bakterienhemmers Triclosan im „Ahava Mineral Suncare Aftersun Rehydrating Balm“ an, da dieser in die Enzymaktivität der Leber eingreift und im Verdacht steht, Resistenzen von Bakterien zu fördern. Für mich stellt sich hier auch direkt die Frage, wieso man in einem After-Sun-Produkt einen Bakterienkiller benötigt. Meiner Meinung nach absolut unnötig und Grund genug, dieses Produkt nicht zu kaufen.

Ebenfalls skeptisch betrachtet Öko-Test den Einsatz des Selbstbräunerwirkstoffs Dihydroxyacetone in der „Lancôme Sôleil Reconfort After Sun Milk“. Dies nicht nur, da dieser Stoff bei zu langer oder zu warmer Lagerung Formaldehyd/-abspalter bilden kann (auch wenn im getesteten Produkt keine gefunden wurden), sondern vor allem, weil man von der bräunenden Wirkung nur im Kleingedruckten erfährt. So kann es einem schnell passieren, dass man unschöne Flecken auf Kleidungsstücken erhält oder dass man hässliche braune Spuren auf den Handinnenflächen bekommt, weil man überlesen hat, dass man sich nach Anwendung die Hände gründlich waschen sollte.

Insgesamt haben bei diesem Test aber deutlich mehr Produkte auch außerhalb des Naturkosmetik-Sektors mit „sehr gut“ abgeschnitten. Aber natürlich gab es auch mal wieder die berüchtigten Ausnahmen. Ich habe euch einfach mal die wichtigsten Informationen hier zusammen getragen:

Die vier Produkte aus dem Naturkosmetik-Bereich haben alle mit „sehr gut“ abgeschnitten. Aber auch fünf konventionelle Lotions erhielten die Bestnote, darunter auch die Eigenmarken von Rossmann, Müller und Schlecker. Daran sieht man mal wieder, dass günstig nicht unbedingt schlecht ist.

Aber es gab auch mal wieder fünf Produkte, die ein „ungenügend“ (= Note 6) erhielten, darunter auch das mit Abstand teuerste Produkt im Test, nämlich die „Lancaster After Sun Moisturizing Lotion“ (kostet 43,20 Euro für 200 ml). Auch die Apothekenmarke Vichy schnitt wieder sehr schlecht ab.

Daneben gab es noch zwei Lotions, die mit „mangelhaft“ (= Note 5) bewertet wurden, darunter das zweitteuerste Produkt im Test, die „Lancôme After Sun Milk“. Aber auch Yves Rocher ist in dieser Kategorie zu finden, unter anderem wegen enthaltener Mineralöle/Silikone und PEGs – soviel zum Thema „Pflanzenkosmetik“.

Alle weiteren Bewertungen findet ihr in der aktuellen Ausgabe der Öko-Test.

Außerdem gibt es in dem Artikel noch Tipps, was man bei Sonnenbrand tun kann, wobei man es natürlich gar nicht erst so weit kommen lassen sollte. Auch weist Öko-Test darauf hin, dass After-Sun-Produkte nicht zur Behandlung schwerer Sonnenbrände gedacht sind, auch wenn einige Produkte versprechen, lindernd bei sonnenbedingten Hautreizungen, Rötungen oder gar Sonnenbrand zu wirken. Es sind letztendlich nur Kosmetika und schwere Verbrennungen gehören im Zweifel in ärztliche Behandlung.

Den kompletten Artikel könnt ihr ebenfalls in der aktuellen Öko-Test oder hier nachlesen.

Eines der mit „sehr gut“ bewerteten Produkt, nämlich die „Lavera Sun Sensitiv After Sun Lotion“ habe ich derzeit auch als Testgröße zu Hause. Hier wird es also demnächst noch einen über die reinen Inhaltsstoffe hinausgehenden Testbericht von mir geben.

Weitere Tests

Da die letzten beiden Öko-Test-Hefte sich ausgiebig mit Sonnenschutz etc. beschäftigt haben und dies offenbar auch viele interessiert, soll an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass im aktuellen Heft außerdem auch UV-Schutz-Kleidung für Kinder getestet wurde.

Den Testbericht findet ihr in der Juli-Ausgabe der Öko-Test, den Artikel dazu könnt ihr auch online unter Öko-Test nachlesen.

Über Öko-Test

Öko-Test (Homepage) ist ein Verbraucher-Magazin das seinen Schwerpunkt auf ökologische Themen (Umwelt-, Sozial- und Gesundheitsverträglichkeit der Produkte) legt. Öko-Test prüft hierzu in den monatlichen Ausgaben Produkte des täglichen Lebens nach entsprechenden Gesichtspunkten. Bei den Produkten handelt es sich von Haushaltsartikeln über Nahrungsmittel, Kleidung und Wohnen bis hin zu Produkten für Kinder. Regelmäßig gibt es auch Sonderhefte mit Spezialthemen.

Als ein selbsterklärter Vertreter des Verbraucherschutzes war Öko-Test aufgrund von Artikeln und Tests bereits mit über 410 Klagen konfrontiert, hat davon aber nach eigenen Angaben allerdings nur eine im Jahr 1988 verloren. (Quelle: Wikipedia)

Öko-Test kostet pro Ausgabe 3,80 Euro und ist im gutsortierten Zeitschriftenhandel zu erhalten. Ein Jahresabonnement kann bspw. bei Abopool abgeschlossen werden und kostet 39 Euro. Im Öko-Test-Shop können auch ältere Ausgaben nachbestellt werden.

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