Ökotest Ausgabe Oktober 2010 – Bodylotions, Pflanzenhaarfarben, Schwangerschaftsvitamine, Wickelauflagen

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Vorgestern flatterte endlich die von mir heiß ersehnte Öko-Test für den Monat Oktober ins Haus. Heißersehnt deshalb, weil ich bereits im letzten Heft die Ankündigung gelesen habe, dass diesmal Wickelauflagen getestet werden sollten. Es gibt aber auch noch viele andere interessante Testergebnisse. Im Bereich Kosmetik wurden diesmal Bodylotions und Pflanzenhaarfarben unter die Lupe genommen. Für mich als derzeit Schwangere war außerdem noch der Artikel über Schwangerschaftsvitamine sehr interessant.

Bodylotions

Ich denke, ziemlich viele Frauen und mittlerweile ja selbst Männer haben mindestens eine Bodylotion im Badezimmer stehen. Bei mir als Beautyjunkie sind es meistens sogar mehrere ;-)

Grund genug jedenfalls für Öko-Test mal Bodylotions näher unter die Lupe zu nehmen. Und natürlich waren wieder einige dabei, die man getrost im Laden stehen lassen kann.

Aber erstmal zu den positiven Ergebnissen. Von den 26 gekauften Bodylotions waren über die Hälfte „sehr gut“, darunter alle Naturkosmetikmarken und die Eigenmarken von Drogeriemärkten und Discountern (z.B. von dm, Rossmann, Müller, Aldi, Lidl, Rewe etc.) Hier zeigt sich also mal wieder, dass man mit günstigen Produkten durchaus richtig liegen kann.

Allerdings gab es auch wieder schwarze Schafe, bei denen man besser beraten ist, diese im Laden stehen zu lassen. So gab es dreimal die Note „ungenügend“ für die Lotions von Garnier, L’Oreal und Vichy. Gerade bei letzterer finde ich dies wieder mal sehr erschreckend, da diese nicht nur sehr teuer ist, sondern ausschließlich in Apotheken angeboten wird, wo die Leute sich ja eigentlich darauf verlassen sollten, dass die Produkte unbedenklich sind.

Etwas besser, aber immer noch „mangelhaft“ schnitten die Lotions von Dove und Nivea ab.

Interessant fand ich auch das Abschneiden der Bodylotions von Yves Rocher und The Body Shop. Beide Marken werben ja mit natürlichen Inhaltsstoffen etc., aber in der Lotion von Yves Rocher befinden sich Mineralöle und in der von The Body Shop PEGs. Für erstere vergibt Öko-Test trotzdem noch ein „gut“ und für zweitere ein „befriedigend“. Aber es bewahrheitet mal wieder meine Aussagen zum Thema Pflanzenkosmetik.

Den kompletten Artikel mit allen Testergebnissen findet ihr in der aktuellen Öko-Test. Einen Teil des Artikels könnt ihr online nachlesen.

Auch wenn doch einige konventionelle Produkte ein „sehr gut“ erhalten haben, ist meine eigene Erfahrung in Sachen Bodylotions, dass meine Haut weit weniger trocken ist und gar nicht mehr schuppt, seitdem ich ausschließlich Naturkosmetik verwende. Für mich sind offenbar in den konventionellen Produkten zu wenig pflegende Pflanzenöle o.ä. drin. Außerdem finde ich, dass die Naturkosmetik-Bodylotions einfach besser duften.

Pflanzenhaarfarben

Der zweite Test in der Rubrik Kosmetik beschäftigt sich diesmal mit Pflanzenhaarfarben bzw. mit Haarfarben, die den Anschein erwecken, vorwiegend natürlich zu sein.

Die gute Nachricht hier ist, dass das Ergebnis besser ausfällt im Vergleich zu herkömmlichen Haarfarben und Tönungen, da immerhin 18 Pflanzenfarben ein „sehr gut“ erhalten haben. Allerdings erhielten auch 16 Produkte ein „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“. Hier handelt es sich um Produkte, die eigentlich konventionelle Haarfarben sind, die aber den Anschein von natürlicher Kosmetik erwecken wollen.

Ein „sehr gut“ ging an alle Hersteller mit zertifizierter Naturkosmetik. Wer sich damit die Haare färbt, geht also auf Nummer sicher. Aber auch einige konventionelle Anbieter konnten überzeugen, so z.B. die Farbe von Lush oder die Eigenmarke „Henna“ aus dem Müller Drogeriemarkt.

Danach geht es aber direkt rapide abwärts, denn alle verbleibenden Farben erhielten nur noch ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Hauptgrund für die deutliche Abwertung waren zum einen die in allen Produkten enthaltenen aromatischen Amine. Diese gelten weitgehend als krebsauslösend. Außerdem wurde 2001 in einer Studie ein Zusammenhang zwischen Haarefärben und Blasenkrebs bestätigt.

Des Weiteren wurden in nahezu allen dieser Produkte PEGs gefunden. In einigen zudem Formaldehyd/-abspalter und halogenorganische Verbindungen. Beide gelten als hochgradig allergisierend.

Was ich recht erschreckend fand, ist die Tatsache, dass sich bei den als „ungenügend“ bewerteten Farben auch Marken wie Börlind und Extracta (Reformhaus) befinden, bei denen der Verbraucher aufgrund ihrer Auftretens bzw. der Tatsache, dass es sie im Reform neben Naturkosmetik gibt, wohl eher auf Unbedenklichkeit verlassen hätte.

Wichtig noch zum Schluss: wer das Produkt „Veola Burgundy Red Henna“ zu Hause hat, kann dieses ins Geschäft zurückbringen. Hier ist nicht nur die Inhaltsstoffliste mehr als dürftig, es ist außerdem noch die verbotene Färbechemikalie 2-Nitro-p-Phenylenediamine enthalten.

Die kompletten Testergebnisse findet ihr in der aktuellen Öko-Test. Den dazugehörigen Artikel könnt ihr auch online auf der Internetseite von Öko-Test lesen.

Schwangerschaftsvitamine

Mit großem Interesse habe ich den Testbericht zum Thema Schwangerschaftsvitamine gelesen. Auch wenn ich mich hier bisher stark zurückgehalten habe und nur Folio zur Versorgung mit Folsäure und Jod und Magnesium eingenommen habe, da ich der Auffassung bin, dass man sich lieber ausgewogen und gesund ernähren sollte, statt Pillen einzuwerfen, fand ich es doch mal ganz spannend, was Öko-Test zu diesem Thema beizutragen hat. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil mir die sehr teuren Präparate von Orthomol empfohlen wurden, mir aber eine Ernährungswissenschaftlerin eher davon abgeraten hat, da hier Vitamine und Mineralstoffe offenbar sehr unausgewogen enthalten sind.

Interessanterweise kommt Öko-Test zu einem ähnlichen Schluss. So wird vermerkt, dass man alle Bestandteile, die über Folsäure und Jod hinausgehen mit einer angemessenen Ernährung abdecken kann und dass „Schwangeren mit Vitaminen und Mineralstoffen aus der Gießkanne nicht geholfen ist“. Viele Präparate enthalten aber Vitamine in einer viel zu hohen Dosis, welche weit über den tatsächlichen Bedarf hinaus geht.

Letztendlich bewertet Öko-Test nur ein Präparat mit „sehr gut“ und zwar Gynvital Gravida von Jenapharm. Immerhin drei Produkte erhalten noch ein „gut“, darunter auch das von mir bisher verwendete Folio.

Ganze sieben Präparate werden von Öko-Test mit „ungenügend“ bewertet, darunter auch das bereits erwähnte Orthomol Natal. Dieses enthält nicht nur Folsäure, Niacin, Vitamin E und Zink in zu hoher Dosis, sondern auch noch die umstrittenen Bestandteile Eisen, Kupfer und Betacarotin.

Des weiteren erhalten zwei Produkte ein „mangelhaft“.

Den kompletten Artikel mit allen Testergebnissen findet ihr in der aktuellen Öko-Test. Einen Teil des Artikels könnt ihr online nachlesen.

Ich persönlich kann allen Schwangeren nur empfehlen, sich diesen Artikel mal durchzulesen und ggf. Konsequenzen daraus zu ziehen. Denn auch hier gilt wieder der schöne Ausspruch: „Viel hilft nicht unbedingt viel“.

Wickelauflagen

Auf diesen Testbericht habe ich mit großer Spannung gewartet, seitdem ich in der letzten Öko-Test die Ankündigung gesehen habe.

Leider ist der Testbericht sehr ernüchternd. Gerade einmal eine einzige Auflage wurde mit „sehr gut“ bewertet und zwar das Produkt von Prolana.

Danach folgen nur noch drei Wickelauflagen mit der Bewertung „befriedigend“ und eine mit „ausreichend“. Alle anderen wurden mit „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ bewertet. Dies finde ich mehr als erschreckend, geht es doch schließlich hier um Babys, von denen eigentlich alle Schadstoffe ferngehalten werden sollten.

Unter den mit „ungenügend“ bewerteten Wickelauflagen finden sich dann auch so namhafte Hersteller wie Geuther, Julius Zöllner, Sterntaler und Pinolino, deren Produkte ja auch nicht gerade günstig sind. Ich finde, gerade diese sollten hier ernsthaft Stellung beziehen und ihre Produkte überarbeiten! Schließlich gibt es heutzutage genug schadstoffarme Alternativen und wenn ich ein recht teures Produkt kaufe, erwarte ich auch eine entsprechende Gegenleistung und einen Hersteller, der seine Verantwortung ernst nimmt.

Wer genau wissen will, welche Wickelauflagen getestet und wie bewertet wurden, findet dies in der Oktoberausgabe der Öko-Test. Online kann man sich vorab auch schon mal den dazugehörigen Artikel durchlesen.

Nachwirkungen

Auch dieses Mal findet man bei den Nachwirkungen Haarsprays, die offenbar überarbeitet wurden und zwar drei Produkte aus dem Hause Schwarzkopf. Doch nur bei zwei von drei verbessert Öko-Test die Bewertung: Gliss Kur Halt + Extra Volumen Haarspray Ultra Starker Halt: von „mangelhaft“ auf „befriedigend“ und Got2b Happy Hour Durchgehalten! 24 Stunden Haarspray: von „ungenügend“ auf „befriedigend“. Hier kann man den entsprechenden Artikel mit allen Begründungen nachlesen.

Über Öko-Test

Öko-Test (Homepage) ist ein Verbraucher-Magazin das seinen Schwerpunkt auf ökologische Themen (Umwelt-, Sozial- und Gesundheitsverträglichkeit der Produkte) legt. Öko-Test prüft hierzu in den monatlichen Ausgaben Produkte des täglichen Lebens nach entsprechenden Gesichtspunkten. Bei den Produkten handelt es sich von Haushaltsartikeln über Nahrungsmittel, Kleidung und Wohnen bis hin zu Produkten für Kinder. Regelmäßig gibt es auch Sonderhefte mit Spezialthemen.

Als ein selbsterklärter Vertreter des Verbraucherschutzes war Öko-Test aufgrund von Artikeln und Tests bereits mit über 410 Klagen konfrontiert, hat davon aber nach eigenen Angaben allerdings nur eine im Jahr 1988 verloren. (Quelle: Wikipedia)

Öko-Test kostet pro Ausgabe 3,80 Euro und ist im gutsortierten Zeitschriftenhandel zu erhalten. Ein Jahresabonnement kann bspw. bei Abopool abgeschlossen werden und kostet 39 Euro. Im Öko-Test-Shop können auch ältere Ausgaben nachbestellt werden.

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