Annick Goutal Petite Chérie (EdP / EdT) – Leckerer Duft für alle Fans von süßen Fruchtdüften

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Bei meiner Pröbchenbestellung von Essenza Nobile war auch von Annick Goutal der Duft „Petite Chérie“ dabei. Da mir dieser Duft sehr gut gefallen hat, wollte ich euch auch gern davon berichten.

Die Designerin

Annick Goutal fand ihre Berufung zum Parfumeur eher zufällig, nachdem ihre Freundin Micheline mit ihr zusammen eine Boutique mit Schönheitsprodukten eröffnen wollte. Annick war von dieser Idee begeistert, war aber von Anfang an nicht mit den Düften der Produkte zufrieden. Um hier Unterstützung zu finden, kontaktierte sie verschiedene Parfumhäuser, wurde aber von allen abgewiesen. Nur das Haus Robertet in Grasse zeigte sich offen und so vereinbarte Annick einen Termin. Dieser Besuch wurde für sie regelrecht zur Offenbarung und so begann sie 1976 ihre Lehre bei Henri Sorsana, um selbst Parfumeur zu werden.

Ihre Begabung zeigte sich sehr schnell und innerhalb von zwei Monaten schuf sie ihre ersten beiden Düfte: „Folavril“ und „Passion“. Den passenden Flakon für ihre Düfte fand sie in den Archiven der Glasbläser und ließ ihn aus Mattglas und altem Gold nachbilden.

1981 eröffnete Annick Goutal dann ihre erste Boutique an der Ecke der Rue de Bellechasse im Pariser Stadtteil Saint-Germain. Dieser Laden war allerdings so klein, dass sie gerade einmal 6 Produkte (zwei Cremes, zwei Lotionen und zwei Düfte) verkaufen konnte.

Durch einen Artikel in der „Elle“ wurden Annick Goutal und ihre Düfte über Nacht weltweit bekannt. 1985 begann sie die Zusammenarbeit mit der Taittinger-Gruppe, die ihr eine Ausweitung ihres Vertriebs über ganz Frankreich und die USA ermöglichte. So ist seit 1992 Brigitte Taittinger-Warren die Präsidentin des Parfumhauses „Annick Goutal“. Annick Goutal selbst war bis zu ihrem frühen Tod im Jahre 1999 die „Nase“ und Kreativ-Direktorin des Unternehmens. Danach übernahm ihre Tochter Camille diese Funktion und wird dabei von Isabelle Doyen, einer engen Mitarbeiterin und Freundin ihrer Mutter, unterstützt.

Annick Goutal hat in ihrer Karriere insgesamt 19 Parfums kreiert und wurde 1986 mit dem „Prix de l’Excellence Européenne“ ausgezeichnet. Ihr populärster Duft ist „Eau d’Hadrien“, welchen sie bereits in ihrem ersten Jahr als Parfumeurin schuf. Dieser Duft wird selbst von Stars wie Prince und Madonna getragen.

Der hier näher beschriebene Duft „Petite Chérie“ wurde von Annick Goutal 1998 für ihre Tochter Camille kreiert.

Der Duft

„Petite Chérie“ gehört lt. Fragrantica zu den blumig-fruchtigen Düften. Die enthaltenen Duftnoten sind:

Kopfnote: Pfirsich, geschnittenes Gras
Herznote: bulgarische Rose, Birne
Basisnote: Vanille

Für mich dominiert bei diesem Duft eindeutig die Birne. Frisch aufgesprüht, wird man von diesem Duft in einen Birnengarten versetzt. Man riecht richtig reife, saftige Birnen, die im Sonnenlicht ihren überreifen Duft verströmen. So nach und nach wird dieser Duft etwas süßer, so dass er mich zunehmend an aromatisch duftendes Birnenkompott erinnert. Wahrscheinlich wird dies durch die Vanille in der Basisnote verursacht.

Insgesamt ist dieser Duft also eher süßlich und hat eine ausgeprägte Gourmand-Note. Er ist also nur etwas für Fans von sogenannten Foody-Düften, die auch etwas für süße Düfte übrig haben.

Ich persönlich mag diesen Duft sehr, da er mich an einen warmen Spätsommertag erinnert. Er ist so richtig schön kuschelig und zum Wohlfühlen und gerade jetzt im Winter meint man, die Sonnenstrahlen zu spüren, die die Birnen zum Reifen bringen. Ich könnte mir diesen Duft aber auch gut im Sommer vorstellen, da er eigentlich zu jeder Jahreszeit gut passt.

Da dieser Duft nicht mit der „Duftkeule“ daher kommt, ist er für mich durchaus auch zu allen Gelegenheiten tragbar.

Die Haltbarkeit

Morgens nach dem Duschen aufgesprüht, ist der Duft auch noch am späten Nachmittag deutlich wahrnehmbar. Und das nicht nur, wenn man mit der Nase an der Haut klebt, sondern man hat das Gefühl, dass man von dem Duft leicht umschwebt wird und dass immer mal wieder ein Hauch den Weg zur Nase findet.

Der Flakon

Wie eigentlich alle Parfums hat dieses Parfum einen Flakon aus mattiertem Glas und einen güldenen Verschluss. Die Flasche ist oval und trägt an einer güldenen Schleife um ihren Hals ein Schildchen mit dem Schriftzug „Petite Chérie“.

Der Flakon erinnert eindeutig an die Parfumfläschchen der 20er/30er Jahre. Er ist zugleich schlicht und verspielt, wobei ich mir zu diesem Duft einen verspielteren Flakon vorstellen könnte. So würde für mein Empfinden der Schmetterlingsflakon, den es für den Duft „Quel Amour“ gibt, viel besser zu diesem verspielten, eher mädchenhaften Duft passen.

Größen und Preis

Der Duft „Petite Chérie“ ist als Eau de Toilette und als Eau de Parfum jeweils zu 50ml und 100ml erhältlich.

Geführt werden die Düfte von Annick Goutal leider nur von einigen wenigen Parfümerien. Online habe ich sie bei Essenza Nobile gefunden. Dort zahlt man 65 Euro für das Eau de Toilette mit 50ml und 91 Euro für 100ml. Für das Eau de Parfum muss man gewohnheitsgemäß tiefer in die Tasche greifen und 86 Euro für 50ml und 116 Euro für 100ml auf den Tisch legen. Damit gehört „Petite Chérie“ eher zu den hochpreisigen Düften, aber man erhält dafür auch ein außergewöhnliches Parfum, das nicht jeder trägt.

Fazit

Da mir dieser Duft sehr gut gefällt, werde ich mir wohl trotz des hohen Preises irgendwann ein Fläschchen dieses Parfums leisten. Bis dahin werde ich mich ab und zu an meinem kleinen Pröbchen erfreuen.

Grundsätzlich ist dieser Duft etwas für alle Fans von süßen Fruchtdüften, die insbesondere Birnen mögen und einen außergewöhnlichen Duft suchen. Da der Duft nicht gerade günstig ist, sollte man auch bereit sein, etwas mehr Geld dafür auszugeben. Wer den Duft aber erst mal testen möchte, kann bei Essenza Nobile ein Pröbchen davon anfordern (siehe auch mein Bericht dazu). Dieses kostet dann 3 Euro, bewahrt aber ggf. vor einem Fehlkauf.

Ich vergebe fünf von fünf Sterne für dieses Duft

Link zum Hersteller:

Annick Goutal

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