Nachdem ich mich nun bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Inhaltsstoffen von Kosmetik beschäftige, ist es für mich zur normalen Routine geworden, kein Beautyprodukt zu kaufen, ohne mir vorher die Inhaltsstoffe anzuschauen. Dabei habe ich grob im Kopf, welche Inhaltsstoffe ich auf gar keinen Fall in meinen Beautyartikeln haben möchte, z.B. Mineralöle, PEGs, Mikroplastik. Die dafür verwendeten INCI-Bezeichnungen habe ich zum großen Teil im Kopf, wobei auch ich eingestehen muss, man kann sich nicht alles merken.

Deshalb ist es toll, dass es mittlerweile Apps fürs Smartphone gibt, die man zum Durchleuchten von Inhaltsstoffen verwenden kann. So hat man immer das gebündelte Wissen dabei und kann recht schnell herausfinden, welche bedenklichen Inhaltsstoffe sich ggf. in einem Produkt befinden- zumindest theoretisch!

Wie gut sich die vier Apps schlagen können, die für sich in Anspruch nehmen, über Inhaltsstoffe aufzuklären, habe ich im Praxistest erprobt. Dafür habe ich alle vier kostenlosen Apps installiert und sie auf Herz und Nieren geprüft. Als Testobjekte habe ich mir vier verschiedene konventionelle Produkte vorgenommen, die für mich auf den ersten Blick bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten, und war sehr gespannt, wie die einzelnen Apps diese wohl bewerten würden.

Codecheck-App

Wahrscheinlich stößt jeder, der sich mit der Thematik Inhaltsstoffe auseinander setzt, früher oder später auf Codecheck. Dies ist eine Art Nachschlagewerk für Inhaltsstoffe. Auf Basis der Daten unabhängiger Organisationen werden Inhaltsstoffe hinsichtlich ihrer möglicherweise schädigenden Wirkung auf Mensch und Umwelt bewertet. Die Datengrundlage für die einzelnen Produkte legt dabei eine Community, die Informationen wie Strichcode, Produkteigenschaften und Inhaltsstoffe (INCI) erfasst.

Auf genau diese Daten, die man online sehen kann, greift auch die App zu. Startet man die App, sieht man zunächst die neuesten Beiträge der Seite. Will man sich über Produkte informieren, hat man nun zwei Möglichkeiten: entweder klickt man sich durch die einzelnen Kategorien, bis man schließlich beim gewünschten Produkte gelandet ist oder man sucht gezielt danach.

Bei der Suche hat man ebenfalls wieder zwei Möglichkeiten. Bei Produkten mit Strichcode kann man diesen einscannen und kommt so sehr schnell und unkompliziert zur Bewertung. Sollte der Strichcode des gewünschten Produkts noch nicht erfasst worden sein, kann man es mit der Freitextsuche versuchen.

Natürlich habe ich die App an meinen vier ausgewählten Produkten getestet. Alle vier wurden absolut problemlos und schnell vom Strichcodescanner erkannt. Die Ergebnisse sahen folgendermaßen aus:

Nivea Lemongrass & Oil Pflegedusche

Balea Regenbogendusche

Taft Ultra Styling Gel

Nivea Men Active Clean Pflegeshampoo

Mit dieser Übersichtsdarstellung sieht man auf einen Blick, ob ein Produkt bedenkliche Inhaltsstoffe enthält oder nicht. Von Vorteil ist dabei insbesondere das Kreisdiagramm. Je größer der rote Bereich wird, um so problematischer ist ein Produkt. Dadurch ist eine schnelle Einschätzung erst einmal möglich.

Aber natürlich kann man sich diese Ergebnisse noch detaillierter aufreißen lassen. Man sieht, welche Stoffe wie eingestuft wurden und kann noch mehr Informationen zu jedem einzelnen Inhaltsstoff aufrufen. Man erfährt, wofür ein Inhaltsstoff verwendet wird, welche Problematiken er ggf. birgt und man bekommt Datenquellen, falls man weitere Informationen haben möchte. 

Ich finde, durch diese detaillierte Darstellung hat jeder die Möglichkeit, für sich selbst einzuschätzen, ob man einen bestimmten Inhaltsstoff lieber meiden will oder ob er für einen in Ordnung ist. 

Vorteile:

  • ausführliche Bewertung der Inhaltsstoffe
  • trotzdem auch schneller Überblick möglich durch gute visuelle Aufbereitung
  • viele Produkte bereits eingepflegt
  • gutes und selbsterklärendes Handling
  • App arbeitet zügig, Strichcodes werden schnell und einwandfrei eingelesen
  • beinhaltet nicht nur Kosmetika, sondern auch Lebensmittel

Nachteile:

  • Bewertung nur so gut, wie von Community eingepflegt
  • einige Inhaltsstoffe werden nicht bewertet
  • funktioniert nur, wenn Verbindung zum Internet besteht

Fazit: Mir gefällt die App von Codecheck richtig gut. Man kann schnell und unkompliziert Kosmetika auf ihre Inhaltsstoffe checken und sieht auf einen Blick, ob ein Produkt unbedenklich ist oder eher nicht. Da aber der Datenbestand nur so gut ist, wie von der Community gepflegt, sollte man immer ein wenig gegenchecken, ob das Ergebnis auch zu den INCI-Angaben auf der Verpackung passt.

Letztlich sollte auch jedem klar sein, dass eine App einem das Denken nicht abnehmen kann. Da einige Inhaltsstoffe nicht bewertet werden, unter anderem allergene Duftstoffe, müssen z.B. Allergiker selbst abwägen, ob sie ein Produkt benutzen wollen oder nicht.

ToxFox

Kommen wir nun zur App ToxFox. Hierbei handelt es sich um eine App vom BUND. Schaut man sich die dazugehörige Homepage an, erhält man folgende Informationen:

ToxFox: Scannen, fragen, giftfrei einkaufen

Unsichtbar, aber gefährlich: Viele Alltagsprodukte enthalten Schadstoffe, die mit Erkrankungen wie Krebs oder Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht werden. Der BUND hat mit dem ToxFox einen Produktcheck entwickelt, der VerbraucherInnen hilft, Kosmetik- und Kinderartikel auf Schadstoffe zu prüfen.

Ich finde, das klingt erstmal ziemlich gut, weshalb ich mir diese App ebenfalls genauer angeschaut habe. Auch diese App bietet die Möglichkeit, den Strichcode auf dem Produkt einzuscannen und so direkt zur Bewertung des konkret gefragten Produkts zu gelangen. Das Scannen klappt auch bei dieser App sehr schnell und unkompliziert.

Schauen wir uns nun mal die Bewertungen unsere vier Testprodukte an:

Nivea Lemongrass & Oil Pflegedusche

Balea Regenbogendusche

Taft Ultra Styling Gel

Nivea Men Active Clean Pflegeshampoo

Es bleibt also festzustellen, dass diese App zwei Produkte als unbedenklich einstuft, obwohl beide durchaus bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten und das nicht gerade allzu knapp. Vor allem die Tatsache, dass bei einer vom BUND gestellten App Mikroplastik keine Rolle spielt, finde ich persönlich schon etwas ernüchternd.

Tippt man den als bedenklich eingestuften Inhaltsstoff an, bekommt man weitere Informationen:

Es bleibt also festzustellen, dass ToxFox  allein auf hormonell wirksame Stoffe abstellt, wie Methyl- und Ethylparabene. Sicherlich sind diese Stoffe auch problematisch und sollten gemieden werden, aber sie sind bei weitem nicht das Ende der Fahnenstange. Allein darauf beruhend eine Bewertung abzugeben finde ich unseriös und unprofessionell.

Als weitere Funktionen bietet diese App die Möglichkeit, sich bei den Herstellern über diese Inhaltsstoffe zu beschweren. Das finde ich grundsätzlich zwar sinnvoll, allerdings steht da auch wieder die Problematik im Raum, dass dies nur bei hormonell wirksamen Stoffen möglich ist.

Ein Punkt, den ich noch erwähnen möchte, ist die Tatsache, dass man in regelmäßigen Abständen Spendenaufrufe bekommt. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn eine App sich über freiwillige Spenden finanziert, allerdings sollte sie dann auch einen entsprechenden Mehrwert bieten, den ich hier leider nicht sehe.

Vorteile:

  • viele Produkte bereits eingepflegt (greift auf die Datenbank von Codecheck zu)
  • gutes und selbsterklärendes Handling
  • App arbeitet zügig, Strichcodes werden schnell und einwandfrei eingelesen

Nachteile:

  • Bewertung nur so gut, wie von Community eingepflegt (Datenbasis Codecheck)
  • die meisten Inhaltsstoffe werden nicht bewertet, sondern nur hormonelle Wirksamkeit
  • Produkte mit bedenklichen Inhaltsstoffen werden dadurch als unbedenklich dargestellt
  • funktioniert nur, wenn Verbindung zum Internet besteht

Fazit: Ich finde es schier unglaublich, dass diese App damit wirbt, schädliche Inhaltsstoffe aufzudecken, aber allein hormonell wirksame als bedenklich einstuft. Gerade bei einer vom BUND unterstützten App würde ich erwarten, dass zumindest umweltrelevante Inhaltsstoffe wie Mikroplastik gekennzeichnet werden.

Da diese App Kosmetika als unbedenklich einstuft, die eine Vielzahl problematischer Inhaltsstoffe mit sich bringen, kann ich davon nur abraten.

Haut.de

Auch die App von Haut.de macht ähnliche Versprechen wie ihre Vorgänger. So findet man im Appstore die Aussage:

…Dieser INCI-Service liefert Antworten: Welche Aufgaben hat der jeweilige Inhaltsstoff? Kann ich Produkte mit diesem Stoff bedenkenlos verwenden?

Schnell wird allerdings klar, dass diese App schon beim Handling große Defizite gegenüber den zuvor betrachteten Apps hat. So gibt es keinerlei Möglichkeit, einen Barcode einzuscannen oder wenigstens ein Produkte einzugeben. Allein das mühsame Eintippen jedes einzelnen Inhaltsstoffs ist möglich. Wer also im Supermarkt oder im Drogeriemarkt mal eben schnell checken möchte, inwieweit die Inhaltsstoffe eines Produktes problematisch sind oder nicht, sollte auf jeden Fall etwas mehr Zeit mitbringen.

Natürlich wollte ich mir nun nicht die Arbeit machen und jeden einzelnen Inhaltsstoff meiner vier Testprodukte eingeben. Als erstes habe ich mir einfach mal Methylparaben herausgegriffen, da dies von beiden vorangegangenen Apps als problematisch eingestuft wurde, da hormonell wirksam. Bereits beim Eingeben der Buchstaben fällt auf, dass diese App wahnsinnig langsam arbeitet. Ich habe den Inhaltsstoff komplett eingegeben und musste noch warten, bevor ich die entsprechenden Vorschlagswerte angezeigt bekommen habe.

Nachdem ich den Inhaltsstoff endlich gefunden habe, bekomme ich eine sehr lange Liste an Informationen. Man erfährt, wofür der Stoff eingesetzt wird, aber auch chemische Identifikationsnummern, chemische Formeln und Bezeichnungen usw. Die Fülle an Informationen ist nahezu überwältigend. Hier nur ein ganz kleiner Auszug daraus:

Natürlich interessiert mich am meisten, wie der Inhaltsstoff bewertet wird. Aber obwohl dieser von zwei anderen Apps als problematisch eingestuft wird, bekommt man hier nur den Hinweis, dass Parabene zwar in der Kritik stehen, aber eigentlich doch total harmlos seinen.

 

Ich habe dieses Spielchen dann noch mit einigen anderen Inhaltsstoffen gespielt, die von Codecheck (aber auch anderen Quellen) als bedenklich eingestuft werden. Bei keinem konnte ich einen Hinweis auf Risikopotentiale entdecken oder ähnliches.

Vorteile:

  • umfassende Datenbank über in Kosmetika zugelassene Inhaltsstoffe mit vielen Informationen über Einsatzgebiete, Funktionen, chemische Bezeichnungen usw.

Nachteile:

  • man kann nur einzelne Inhaltsstoffe suchen, keine Produkte
  • eine Bewertung der Inhaltsstoffe findet in der Regel nicht statt
  • die App arbeitet wahnsinnig langsam, man hat lange Wartezeiten bei der Suche

Fazit: Die App von Haut.de kann ich eigentlich nur angehenden ChemikerInnen und KosmetikerInnen empfehlen. Man kann viel über die Eigenschaften und Verwendungszwecke von diversen Inhaltsstoffen erfahren. Ob ein Inhaltsstoff aber als problematisch eingeschätzt wird, erfährt man nicht. Auch einen schnellen Überblick, ob ein Produkt bedenkliche Inhaltsstoffe enthält, kann man damit nicht bekommen. Damit ist diese App meiner Meinung nach für Ottonormalverbraucher eher nicht zu gebrauchen.

Barcoo

Als vierte und letzte App habe ich mir Barcoo angeschaut. Der Hersteller wirbt im App-Shop folgerdermaßen für diese App:

Mit barcoo QR-Code Scanner kannst du Barcodes & QR-Codes aller Arten schnell scannen. Nach Scannen des Codes zeigt die App an, was in dem Produkt steckt und in welchem Geschäft es momentan am günstigsten ist.

Dies legt nahe, dass man auch bei dieser App Informationen über Inhaltsstoffe bekommen würde. Vor dem Hintergrund, dass Barcoo bis vor einiger Zeit die App Kosmetikcheck betrieben hat, die aber nicht mehr verfügbar ist, bin ich zumindest davon ausgegangen, dass die dort vorhandenen Informationen bei Barcoo eingeflossen sind.

Nach einem kurzen Einscannen meiner vier Testkandidaten wird allerdings schnell klar, dass dem bei weitem nicht so ist.

Man bekommt nur Bewertungen anderer Nutzer dieser App angezeigt und kann erfahren, wo in der näheren Umgebung man das Produkt am günstigsten kaufen kann. Informationen zu Inhaltsstoffe sind überhaupt nicht vorhanden, nicht einmal INCI-Listen. Auch Bewertungen von Inhaltsstoffen sind nicht aufzufinden.

Vorteile:

  • gutes und selbsterklärendes Handling
  • App arbeitet zügig, Strichcodes werden schnell und einwandfrei eingelesen

Nachteile:

  • keine Bewertung von Inhaltsstoffen, nur Erfahrungsberichte von Usern

Fazit: Wer wissen will, was in seiner Kosmetik steckt, ist mit dieser App nicht gut beraten. Möchte man nur Erfahrungsberichte anderer User oder Preisvergleiche, dann ist sie durchaus ok.

Zusammenfassung

Von allen von mir getesteten Apps kann ich nur eine weiterempfehlen und zwar die Codecheck-App. Nur bei dieser erhält man umfassende Informationen zu bedenklichen Inhaltsstoffen. Natürlich sind die Informationen nicht allumfassend und man sollte sicher selbst noch hinterfragen, welche Konsequenzen man aus den erhaltenen Informationen zieht. Wer aber einfach und schnell wissen will, was in seinem Beautyprodukt steckt, ist hier genau an der richtigen Adresse.

ToxFox stellt allein auf Inhaltsstoffe mit hormoneller Wirkung ab, andere bedenkliche Inhaltsstoffe werden nicht erwähnt. Da dadurch Produkte als unbedenklich eingestuft werden, die durchaus problematische Inhaltsstoffe enthalten, kann ich von dieser App nur abraten. Da die Datenbasis letztlich auch nur die von Codecheck ist, empfehle ich, lieber auch die Codecheck-App zu benutzen.

Die Haut.de-App ist eine reine Datenbank, die sicher ganz interessant ist, wenn man wissen möchte, wofür bestimmte Inhaltsstoffe eingesetzt werden. Da allerdings keine Risikobewertung vorgenommen wird, erfährt man nicht, ob einzelne Stoffe problematisch sein können oder nicht. Mir persönlich bietet diese App keinen Nutzen und ich kann sie deshalb auch nicht weiter empfehlen.

Barcoo hingegen lohnt sich meiner Meinung nach nur, wenn man wissen möchte, wie andere User ein Produkt bewerten und wenn man den günstigsten Preis sucht. Eine differenzierte Analyse von Inhaltsstoffen ist hier komplette Fehlanzeige.

14 KOMMENTARE

  1. Danke für die tolle Übersicht! Ich verwende nur Codecheck, allerdings mit Vorsicht. Oft sind die Angaben einfach veraltet! Meine Konsequenz: ich habe mich selbst dort angemeldet und verbessere und gebe ein, wenn ich etwas finde, das nicht stimmt. :)

    • Das stimmt, manchmal sind alte Angaben vorhanden oder sie sind unvollständig. Stelle das aber eher bei Produkten fest, die nicht so gängig sind, wie z.B. bei den Karnevalsschminken. Die bekannten Marken aus den Drogeriemärkten sind meistens sehr gut eingepflegt und passen meiner Erfahrung nach zu 99%. Natürlich kann es sein, dass ein Hersteller mal wieder die Inhaltsstoffe verändert und sie dann nicht mehr passen.
      Ich bin aber auch bei Codecheck angemeldet und passe auch immer Angaben an, wenn mir fehlerhafte auffallen.

      LG Michaela

  2. Ich mag übrigens die Haut-App, da erfahre ich wenigstens Infos aufgrund wissenschaftlicher Studien. Was ich nicht gebrauche, kann ich ignorieren und darüber hinweg scrollen.
    Was mich persönlich bei Codecheck stört: Es wird auch nur subjektiv eine Wertung vorgenommen. Parabene werden kritisch eingestuft, Alkohol und einige Duftstoffe nicht. Nur selten wird ein Duftstoff als leicht bedenklich eingestuft, dabei sollte das bei allen Duftstoffen dran stehen, denn diese können uU. starke Irritationen bei Allergikern auslösen und Alkohol ist auch nicht „persönlich einzustufen“, denn er darf zum einen nur bis gewissen Konzentrationen eingesetzt werden und ab ~5% kann eine starke Austrocknung stattfinden…
    Auch werden Silikone dort als bedenklich eingestuft, aber es wird nicht differenziert. Eine hormonelle Wirkung von Silis ist nicht einwandfrei nachgewiesen, aber dort wird es behauptet und in einen Topf mit der (bewiesenen) Schädlichkeit für die Umwelt geworfen…

    LG Valandriel

    • Wie man oben lesen kann, habe ich auch kritisch angemerkt, dass einige Inhaltsstoffe von Codecheck nicht (!) bewertet werden (und wohlgemerkt nicht als unbedenklich eingestuft werden!), dazu zählen diverse Duftstoffe und auch Alkohol. Wobei das Allergiepotential bei den Duftstoffen erwähnt wird und ebenfalls, dass Kontaktallergiker diese meiden sollten.

      Parabene werden übrigens nicht als bedenklich eingestuft, sondern es wird nur auf ihre ggf. hormonelle Wirksamkeit hingewiesen. Einen Hinweis auf hormonelle Wirkung von Silikonen konnte ich hingegen nirgendwo bei Codecheck finden.

      Trotz kleiner Mankos ist meiner Meinung nach die Codecheck-App trotzdem die einzig sinnvolle für Ottonormalverbraucher. Und wenn nur ein paar Leute anfangen, aufgrund dieser App gewisse Inhaltsstoffe überhaupt mal zu hinterfragen, dann wäre doch schon ein erster Schritt getan (die meisten tun es nämlich überhaupt nicht).

      LG Michaela

    • Ich habe mir jetzt gerade alle drei Apps mal angeschaut. Die einzige, die für Otto Normalverbraucher momentan Sinn macht, ist tatsächlich Codecheck. Wer tief in der Materie drin steckt, für den mag die App nichts sein oder nicht stringent genug. Meiner Meinung nach, genauso eine Lebensphilosophie, wie bei den Veganern, das ist auch so eine Sache, die direkt immer irgendwie militant und belehrend ausgelebt wird. Als Verbraucher habe ich mit Codecheck schnell, direkt und problemlos eine Übersicht und kann eine Kaufentscheidung treffen. Das bieten mir die anderen Apps nicht. Für mich macht die Codecheck App daher total viel Sinn, wie für viele andere Verbraucher sicherlich auch. Ich kann Michaela nur beipflichten, für mich sind die anderen Apps im Alltag nicht sinnvoll oder viel zu umständlich nutzbar. Codecheck bleibt bei mir jedenfalls auf dem Handy drauf. Es mag nicht perfekt sein, aber was Besseres gibt es aktuell nicht und es ist 1000x besser als nix! Wenn andere Apps hier nachbessern, dann kann man das sicherlich nochmal neu beurteilen.

      Ein Problem mit Alkohol und Duftstoffen sehe ich nicht. Zu Alkohol: Über die 5% streiten sich die Experten, bei anderen ist die Rede von bis zu 10%. Wo diese Werte her kommen, ist nirgendwo per Studie untermauert. Zudem ist das Richtig, was ich auch noch im Hinterkopf hatte, die Trennung zwischen guten und schlechtem Alkohol. Ein Thema, über das man sich lange auslassen könnte. Ich lasse es daher. Duftstoffe: Ich bin selber Allergiker, daher weiß ich, was das anbelangt ganz genau, worauf ich achten muss. Von daher empfinde ich es nicht als nötig, das so weitreichend auf den Bildschirm zu bringen. Geht irgendwann etwas weit. Zudem gib es diverse Apps für Allergiker (Pollenflug, Lebensmittel, …). Parabene hingegen werden bei Codecheck tatsächlich kritisch eingestuft, wo selbst Ökotest diese unbedenklich findet.

      Barcoo hatte ich sowieso schon drauf. Allerdings nicht zum Checken von Inhaltsstoffen, sondern als Preisvergleich. Selten allerdings für Kosmetik, mehr für alles andere. In dem Zusammenhang ist das mit dem kurz Abscannen einfach praktisch.

      LG
      Miriam

  3. Da gab es zum Thema Codechek im November einen tollen Bericht im ARD: Thematik was die EU nicht kann, kann Codecheck. Unter anderem zum Thema Nanopartikelchen, also Mikroplastik. Codecheck ist immer noch die einzige App, die darauf explizit hinweist! 👍🏻👍🏻

    Auch bei mir ist die App im täglichen Einsatz, für die schnelle Entscheidung am Kosmetikregal habe ich noch nichts besseres gefunden.

    Danke für den Artikel

    Lg
    Bluna

  4. Ich nutze momentan gelegentlich wieder Codecheck, weil meine Lieblingsseite Kosmetikcheck quasi über Nacht eingestellt wurde. Weißt du warum? Ich überprüfe aber bei Codecheck immer, ob die erfassten INCIS auch mit dem Produkt übereinstimmen, denn da wird oftmals Quatsch oder nur die Hälfte erfasst.

    LG Brigitte

    • Eigentlich wollte ich auch Kosmetikcheck mit einbeziehen, aber mir ging es wie dir: diese App ist unauffindbar. Deshalb hatte ich die leise Hoffnung, dass die Daten vielleicht in Barcoo aufgegangen sind. Dies ist aber leider nicht der Fall. Bei unserer Recherche konnten wir leider auch keine Informationen dazu finden, warum es diese App nicht mehr gibt.

      LG Michaela

  5. Ich muss zugeben, dass sich Codecheck deutlich gebessert hat. Ich bin eigentlich ein großer Wissensmanagement-Fan und hatte im Studium da auch meinen Schwerpunkt, dennoch empfand ich es bei Codecheck immer eher als Manko, dass jeder posten kann. Wikipedia ist ja eigentlich das beste Beispiel für „Schwarm Intelligenz“, bei Codecheck hatte ich durch die Vorgaben immer eher den Eindruck, dass es zum Group Think kommt. Inzwischen hat sich Letzteres durch Quellenangaben und weitere Differenzierung gebessert, finde ich. Bleiben wir bei Duftstoffen: inzwischen wird das unter Einzelfallentscheidung kategorisiert. Das finde ich ok. Ich meine es hat schon einen Grund warum bestimmte Duftstoffe deklarationspflichtig sind und es kommt zu einer Sensibilisierung bei erhöhter Exposition. Ob man das möchte, muss man eben selbst entscheiden. Manche Quellen, namentlich „Einschätzung der wissenschaftlichen Abteilung von Codecheck“ finde ich dennoch fragwürdig ;P. Und manche Kategorisierungen ebenso. So verteufelt Codecheck noch immer Paraffinum Liquidum, aber eben nicht, weil es umweltrelevant ist, was für mich absolut Sinn ergeben würde, sondern weil es sich angeblich in Leber und Milz anlagert. Es gibt dafür aber keinen Beleg. Lediglich eine Studie von 2011 – bei der es jedoch um die orale Einnahme ging. Das sagt nur eben nichts über Körperpflegeprodukte und topische Anwendung aus. Und so schürt man falsche Ängste beim Verbraucher.
    Im Fall von Erdöl kann es mir ja egal sein, wenn die Nachfrage sinkt, ist es ja gut für die Umwelt – egal aus welchem Grund darauf verzichtet wird. Aber aktuell wurde mein Antitranspirant umformuliert; das einzige tierversuchsfreie und mild-formulierte, weil offenbar keiner diese furchtbare Alu-Doku hinterfragt.
    Für eine erste Orientierung und um schnell mal die Inhaltsstoffe abzufragen, finde ich Seite und App schon gut.
    Zu Topfox; die App war ja schon furchtbar als sie raus kam, da hat sich offensichtlich nichts geändert.
    Danke für die Mühe und den Vergleich!

  6. Hallo Michaela,
    danke für den ausführlichen Vergleich. Ich bin bei Codecheck angemeldet, benutze die App aber derzeit nicht mehr als Inhaltsstoffbewertung bei meinen Testberichten, da ich darauf hingewiesen wurde, dass der Datenbestand teilweise 16 Jahre! alt ist, was ich veraltet finde (Quelle: Rp-online.de).
    Ich nutze Codecheck jetzt nur noch für meine private Inhaltsstoffbewertung immer zusammen mit Incipedia, wo es um reizarme Pflege geht. Habe einen schönen Mittwoch.
    Liebe Grüße
    Nancy 😊

    • Hallo Nancy,

      ich habe mir den von dir erwähnten Artikel angeschaut, finde ihn aber nicht sonderlich gut recherchiert. So finde ich bei Codecheck bspw. keinerlei Hinweis auf Ökotest als Quelle. Die benannten Quellen sind maximal 5 Jahre alt. Aber unabhängig davon müssen 16 Jahre alte Erkenntnisse noch lange nicht falsch sein.

      Witzig ist übrigens, dass das gleiche Blättchen in einem anderen Beitrag für die Codecheck-App wirbt.

      LG Michaela

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