Feste Shampoos und Haarseifen sind für viele die plastikfreie Alternative zum flüssigen Shampoo in der Plastikflasche. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden?

Immer wieder findet man in diversen Foren die Frage, was denn eigentlich der Unterschied zwischen festem Shampoo und Haarseife ist. Selbst bei manchen Herstellern scheint der Unterschied nicht wirklich klar zu sein und die Begriffe werden gleichermaßen für dasselbe Produkt oder gar komplett falsch verwendet. Dabei sind festes Shampoo und Haarseife absolut nicht das Gleiche. Erfahrt hier, worin sich die beiden unterscheiden:

(Haar)seife

Seifen werden auf Basis von Fetten hergestellt und sind ein Produkt der Zerlegung dieser Fette. Dazu werden die Fette mit einer Lauge (z.B. Natron- oder Kalilauge) gekocht, das sogenannte Seifensieden. Während dieses Prozesses werden die Fette in Glycerin und in die Salze der Fettsäuren zerlegt. Diese Natrium- oder Kaliumsalze bilden die eigentliche Seife, die ihr auch ihre schäumenden und reinigenden Eigenschaften geben.

Bei industriell gefertigter Seife wird das Glycerin abgeschöpft und es entsteht Kernseife, die für die Haut- und Haarpflege nicht so gut geeignet ist. Bei Naturseifen verbleibt das Glycerin in der Seife. Außerdem belässt man bei Naturseifen auch oftmals einen gewissen Fettanteil in der Seife (auch Überfettung genannt), damit sie pflegender ist.

Hier findet sich dann auch oftmals schon der Unterschied zwischen normaler Seife zur Körperpflege und Haarseifen, denn bei Haarseifen ist die Überfettung in der Regel geringer, damit die Haare nicht überpflegt werden und strähnig aussehen.

Der pH-Wert von Seife liegt üblicherweise zwischen 8,5 und 9,5. Das bedeutet, dass Seife basisch ist. Ob basische Reinigungsmittel gut oder schlecht für die Haut sind, dazu gibt es verschiedene Ansätze, über die sich jeder selbst ein Urteil bilden sollte.

Erkennen kann man Haarseifen an Bezeichnungen wie Sodium Hydroxide, Sodium Palmate, Sodium Cocoate oder Sodium Olivate in der INCI-Liste.

Haarseife

Festes Shampoo

Festes Shampoo hingegen ist von der Grundstruktur her genauso wie Shampoo in der Flasche, nur dass es keine wässrige Phase enthält. Genauso wie normales Shampoo enthalten feste Shampoos Tenside, die für die Reinigung der Haare sorgen.

Im Gegensatz zu Haarseifen haben feste Shampoos nicht zwangsläufig einen basischen pH-Wert, sondern sind in der Regel pH-neutral.

Während bei normalen Flüssigshampoo die Grundbasis Wasser ist, benötigt man bei festem Shampoo eine feste Basis. Dafür wird gern Kakaobutter, Sheabutter, Stärke oder Tonerde (Kaolin) verwendet.

Auch eignen sich nicht alle Tenside, die für Flüssigshampoo genutzt werden, auch für feste Shampoos. Sehr häufig findet man deshalb feste Shampoos mit dem Tensid SLSA (Sodium Lauryl Sulfoacetate). Aber auch Sodium Cocoyl Isethioniate (SCI) und Sodium Coco Sulfate werden gern verwendet.

Festes Shampoo

Unterschiede in der Anwendung von Haarseife und festem Shampoo

In der Anwendung beim Haare waschen selbst unterscheiden sich festes Shampoo und Haarseife kaum voneinander. Beide schäumt man entweder in der Hand auf oder fährt damit über die Haare, bis sich ausreichend Schaum gebildet hat. Ich persönlich bevorzuge die zweite Variante. Insbesondere bei der Haarseife sollte man aber wirklich darauf achten, dass sie richtig aufschäumt, da sie nur dann ihr volles Reinigungspotential entfaltet und keine strähnigen Haare hinterlässt.

Nach dem Waschen sollte man den Schaum sehr gründlich ausspülen und nun kommen wir an den Punkt, in dem sich festes Shampoo und Haarseife in der Anwendung unterscheiden.

Während es beim festen Shampoo (genau wie bei jedem flüssigen Shampoo) gegebenenfalls nötig sein kann, einen Conditioner oder eine Pflegespülung anzuwenden, um das Haar zu pflegen und gut kämmbar zu machen, ist dies bei Haarseife aufgrund der Überfettung meist nicht notwendig.

Dafür ist bei Haarseife aber oftmals eine saure Rinse sinnvoll. Diese hilft, den pH-Wert auszugleichen, die Schuppenschicht wieder zu schließen und verhindert die Bildung von Kalkseife. Letztere entsteht, wenn man sehr hartes Leitungswasser hat und führt zu  weißlichen, klebrigen Schüppchen in den Haaren. Für die saure Rinse mischt man 1 – 2 EL Zitronensaft oder Essig mit 1 Liter Wasser und gießt diese Mischung über die Haare. Ein anschließendes Ausspülen ist nicht notwendig.

Lieber festes Shampoo oder Haarseife verwenden?

Ob man lieber festes Shampoo oder Haarseife verwenden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Zum einen sind dies erst einmal die persönliche Vorliebe und der eigene Haartyp. Bei unproblematischen Haaren kann man mit beiden Varianten sehr gut fahren, trockenes Haar kommt ggf. besser mit Haarseife zurecht. Hier hilft wirklich nur ausprobieren, welches Produkt für einen selbst am besten funktioniert.

Zum anderen kann aber auch die Wasserqualität ein entscheidendes Kriterium sein. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass bei sehr hartem Wasser die dauerhafte Verwendung von Haarseife problematisch sein kann. Deswegen benutze ich mittlerweile lieber feste Shampoos.

Unterschied festes Shampoo und Haarseife

Wo kann man festes Shampoo oder Haarseife kaufen?

Eine gute Anlaufstelle für festes Shampoo und Haarseife sind grundsätzlich erst einmal Unverpackt-Läden. Aber auch in gut sortierten Bioläden kann man durchaus fündig werden, wobei man dort häufig nur Haarseife findet.

Im Internet hingegen ist die Auswahl riesig und man findet sehr viele Anbieter von Haarseifen und festen Shampoos. Hier nur ein kurzer Überblick über einige Marken, die ich kenne, mit Link zu den Bezugsquellen:

Haarseifen

Haarseifen gibt es beispielsweise von:

Festes Shampoo

Festes Shampoo findet ihr bei:

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here