Willkommen zu unserem Themenmonat rund um das Thema Düfte. Habt ihr euch schon mal gefragt, was in euren Parfums so drin steckt und ob Naturparfums nicht die bessere Alternative sind?

Düfte sind schon etwas Tolles, denn wer von uns kennt es nicht, dass man einen bestimmten Duft riecht und sofort an einen Ort oder eine Begebenheit aus unserer Erinnerung versetzt wird. Parfums greifen dies auf, denn wir alle lieben wohlriechende Düfte, wie Blumen, Vanille, Schokolade und wollen diese auch gern auf der Haut mit uns tragen. Deswegen erscheinen jährlich tausende neuer Duftkreationen auf dem Markt, die um unsere Gunst buhlen.

Allerdings haben viele dieser Düfte es durchaus in sich. Beim letzten Parfumtest der Öko-Test fiel die Hälfte der getesteten konventionellen Produkte glatt durch und erzielte als Ergebnis nur ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Die Gründe dafür waren vielfältig: Phtalate, bedenkliche Duftstoffe und problematische UV-Filter.

Bedenkliche Inhaltsstoffe bei konventionellen Parfums

Zu den bedenklichen Duftstoffen, die in konventionellen Parfums häufig verwendet werden, gehören Lilial und polyzyklische Moschusverbindungen. Aber auch problematische Konservierungsstoffe, hormonell wirksame UV-Filter und weitere bedenkliche Inhaltsstoffe kann man dort finden:

Lilial, das nach Maiglöckchen duftet und das man in der INCI-Liste unter dem Begriff Butylphenyl Methylpropional findet, hat sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädlich erwiesen.

In einer BASF-Studie aus dem Jahre 2006 beispielsweise führte die Aufnahme von Lilial über die Nahrung bei männlichen Ratten zu schrumpfenden Hoden und bei Weibchen zu Totgeburten. (Quelle: Öko-Test)

Eine Risikoeinschätzung findet bereits statt, aber solange nicht bewiesen ist, dass keine schädigende Wirkung eintritt, sollte man diesen Duftstoff in Kosmetik lieber meiden.

Konventionelle Damen Parfums

Polyzyklische Moschusverbindungen können starke Allergien auslösen und sich im Körper anreichern. So konnten diese bspw. auch schon in Muttermilch nachgewiesen werden. Einige von ihnen sind hochtoxisch für aquatische Organismen, sind phototoxisch, neurotoxisch oder endokrin wirksam. Somit sollte man sich auch von diesen lieber fern halten und Parfums ohne diese Duftstoffe verwenden.

Außerdem sind Moschusverbindungen problematisch für die Umwelt, denn sie reichern sich in Gewässern an und gelangen so in die Nahrungskette.

Aber auch hormonell wirksame UV-Filter wie Ethylhexyl Methoxycinnamate finden sich in vielen konventionellen Parfums. Damit soll das Parfum besser vor Sonneneinstrahlung geschützt werden und länger haltbar sein.

Als Konservierungsmittel wird gern zusätzlich noch BHT eingesetzt. Auch dieses gilt als hormonell wirksam und ist krebsfördernd. Warum dies neben dem reichlich enthaltenen Alkohol in Parfums überhaupt notwendig sein soll, erschließt sich nicht unbedingt.

Nicht zuletzt ist der vergällte Alkohol bei konventionellen Produkten ein Problem. Um den Alkohol ungenießbar zu machen und damit der Alkoholsteuer zu entkommen, werden oft problematische Stoffe wie z.B. Phtalate eingesetzt. Deren Problematik besteht darin, dass sie ebenfalls hormonell wirksam sind. Sie stehen auch im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beinträchtigen und Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen

Konventionelle Parfums für Männer

Was ist anders bei Naturparfums?

Natur- oder Bioparfums bestehen nur aus Alkohol und ätherischen Ölen. In der Regel basieren sie auf rein pflanzlichen Bestandteilen und sind frei von tierischen Bestandteilen, synthetischen Zusatzstoffen oder sonstigen Beimischungen.

Vergällter Alkohol wird zwar durchaus auch verwendet, er darf aber nicht mit Weichmachern vergällt werden, sondern es werden oftmals ätherische Öle dafür eingesetzt.

Die meisten Naturparfumhersteller setzen zudem auf Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischen Anbau. Teilweise bauen sie die für die Duftöle benötigten Pflanzen (wie z.B. Lavendel) sogar selbst an. Das schafft eine Nähe zum Produkt, die ein konventioneller Hersteller nur selten erreicht.

Viele Hersteller von Naturparfum setzen außerdem auf möglichst nachhaltige Verpackungen. Da gibt es Verschlüsse aus Holz und die Umverpackungen bestehen meist nur aus Pappe und es wird auf das Einschweißen in Plastikfolie verzichtet. Dadurch entsteht weniger Müll und es werden weniger Ressourcen verschwendet.

Fazit

Alles das sind Gründe, die durchaus für Naturparfums sprechen, denn dort ist der Einsatz der oben aufgeführten, bedenklichen Stoffe verboten. Natürlich bergen auch natürliche Duftstoffe Risiken, z.B. ein gewisses Allergiepotential. Trotzdem sind sie gegenüber den oben genannten Inhaltsstoffen vorzuziehen.

Warum Naturparfums trotz all der genannten Vorteile Probleme damit haben, sich am Markt zu positionieren, könnt ihr in Teil 2 lesen.

Weitere Informationen:

http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/schadstoff/gesduft/

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/praevention/kindergesundheit/stillen/moschusverbindungen_muttermilch.htm

6 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für diesem Beitrag – obwohl ich schon größtenteils auf natürliches Parfüm umgestiegen bin, hänge ich aus nostalgischen Gründen noch an einem Flakon einer „herkömmlichen“ Marke. Da ich ihn nur selten benutze, brauche ich ihn schon lange auf. Nach dieser Lektüre ist mir die Lust auf eine neue Flasche aber endgültig vergangen… Naturliche Alternativen gibt es zum Glück genügend.

    Liebe Grüße,
    Lena

    • Ich habe durchaus auch noch einige konventionelle Parfums, aber ich sprühe dieses bereits seit Jahren bevorzugt auf die Kleidung und nicht auf die Haut. Auch versuche ich es möglichst nicht einzuatmen. Trage es immer als letztes auf und verlasse danach fluchtartig das Badezimmer. Insofern finde ich Naturparfums einfach die bessere Alternative.

      LG Michaela

  2. OMG ich bin ein absoluter Fan, auch wenn ich in letzter Zeit mehr auf Weleda setze, aber ich habe sehr viele Parfums zu Hause, da werde ich in Zukunft darauf achten, vielen dank für die Aufklärung und den tollen Artikel. LG babsi

  3. Nach lesen eurer Beiträge ist mir die Lust auf mein ganzes Parfum im Schrank nun so richtig vergangen. 😞 ich stöbere mich jetzt mal durch die ganzen Hersteller und werde mir auch mal zwei Naturparfum bestellen und testen. Dank eurer Liste muss ich ja nicht lange recherchieren 👍🏻

    • Morgen früh gibt es die erste Review (auch wenn ich da jetzt vorgreife) und da finden sich auch drei Gutschein-Rabatt-Codes für die Bestellung im Hersteller eigenen Online Shop.

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