Auf einen Weihnachtsbaum will kaum einer verzichten. Doch was ist eigentlich die beste Wahl, wenn man dieser Tradition treu bleiben möchte? Eine Tanne aus dem Discounter? Besser eine Bio-Öko-Tanne mit Label und Zertifizierung oder vielleicht ein künstlicher Weihnachtsbaum?

Geschenke und Weihnachtsbäume sind gerade das große Thema in allen Haushalten und auch bei vielen Gesprächen. In eines bin ich vor einigen Tagen verwickelt worden, bei dem es darum ging, dass man deutlich nachhaltiger und ökologischer seinen Weihnachtsbaum einkaufen würde, wenn man zu einer Bio-Tanne greifen würde. Dies ist ein Thema, das ich hier auf dem Blog heute einmal etwas weiter vertiefen möchte und bei dem ich an euren Eindrücken interessiert bin. Wie wichtig ist euch die Tradition Weihnachtsbaum und wie kauft ihr euren Weihnachtsbaum ein?

Tradition Christbaum, doch wie nachhaltig ist ein Weihnachtsbaum?

Dass ein Weihnachtsbaum keine sonderlich nachhaltige Angelegenheit ist, aber seit langer Zeit einfach zum Brauch des Weihnachtsfest irgendwie dazu gehört, steht sicherlich für jeden außer Frage. So gehört auch in unserer Familie und für unsere Kinder ein Weihnachtsbaum einfach zum Fest dazu. Was aber ist nun die ökologischste Lösung in Sachen Weihnachtsbaum?

Am nachhaltigsten ist es sicherlich, einfach komplett auf die Tradition Weihnachtsbaum zu verzichten. Es spart Ressourcen in jeglicher Hinsicht, wenn man bedenkt, dass in Deutschland im Jahr 2015 alleine 29,3 Millionen Bäume verkauft wurden und diese Zahl in 2016 mit 29,5 Millionen Weihnachtsbäumen nochmals um 0,2 Millionen getoppt wurde. Das sind übrigens nur die Zahlen für Deutschland, weltweit dürfte der Verbrauch an Weihnachtsbäumen ein Vielfaches höher sein.

Wenn man über die Zahl von fast 30.000.000 Weihnachtsbäume einmal mit Sinn und Verstand nachdenkt, ist es ökologisch eigentlich total hirnverbrannt, eine derartige Anzahl an Weihnachtsbäumen heran zu ziehen, zu fällen und für gerade mal zwei Wochen in die Wohnung zu stellen. Von der Tatsache, dass die Weihnachtsbäume teilweise tausende Kilometer durch die Gegend gefahren werden, bevor diese verkauft werden können und die Bäume nach kürzester Zeit auch schon wieder durch die örtliche Müllabfuhr abgefahren werden müssen, einmal abgesehen. Wenn man nun bedenkt, dass die Tanne zwischen sechs und zwölf Jahren wachsen muss, aber dann meist nach eben zwei Wochen Wohnzimmer bereits entsorgt wird, so pflegen wir eine absolut nicht nachhaltige Tradition.

Auf die Tradition Weihnachtsbaum wollen viele aber dennoch nicht verzichten. Wir auch nicht, aber insbesondere weil es unseren Kindern einfach wichtig ist, uns selber weniger. Wenn man also auf die Tradition und die vom Baum ausgehende Gemütlichkeit nicht verzichten mag, ist es sicherlich am ökologischsten einen Bio-Weihnachtsbaum bei einem örtlichen Hof / Händler zu erwerben, der nicht weit transportiert werden musste und hoffentlich auch pestizidfrei gezogen wurde. Solche Bäume sind teilweise sogar durch die bekannten Labels (Demeter, Bioland, Naturland, …) zertifiziert, die für ökologische Landwirtschaft stehen.

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Echter oder künstlicher Weihnachtsbaum?

Wenn es ein natürlicher Weihnachtsbaum sein soll, ist das sicherlich die beste Wahl, eben bevor man zu einer schon vor Wochen geschlagenen Massentanne vom Discounter, Baumarkt oder Weihnachtsbaumstand greift, die meist aus einer Weihnachtsbaum-Monokultur stammt. Wer sich mit dem Thema noch nicht auseinander gesetzt hat, dem sei gesagt, solche Weihnachtsbäume stammen meist von Farmen, auf denen nichts anderes wächst und wo vielen Pflanzen und Tieren der natürliche Lebensraum entzogen wird und wo die Böden gleichzeitig aufgrund von Dünger und massivem Einsatz von Pestiziden ausgelaugt werden. Wie viel Pestizide sich auch in diesem Jahr in Weihnachtsbäumen finden, hat der BUND (PDF – Weihnachtsbaumtest) wieder getestet und dabei Glyphosat, Azoxystrobin, Lambda-Cyhalothrin, Parathion-Ethyl und andere Insektizide gefunden, die so auch den Weg in unsere heimischen Wohnzimmer finden.

Doch auch ein ökologisch korrekt gezogener und gefällter Weihnachtsbaum ist nicht gerade nachhaltig, wenn man bedenkt, dass dieser nach wenigen Tagen bereits wieder entsorgt wird. Eventuell noch mit Resten von silbernen oder goldenem Lametta. Dazu kommt, die wenigsten Bäume werden kompostiert, gehäckselt oder ähnliches, sondern landen häufig schlicht in den Müllverbrennungsanlagen. Das bedeutet, kurz nach Weihnachten werden einige Millionen Weihnachtsbäume verfeuert. Was zudem noch an Ressourcen für den Transport vor und nach Weihnachten aufgewendet werden muss, ist davon völlig unberücksichtigt. 

Künstlicher Weihnachtsbaum als Alternative?

Will man das alles wirklich? Wäre eine künstliche Tanne nicht vielleicht eine Alternative? Einer Tanne, die wie echt ausschaut, aber eben nicht echt ist? Eine Tanne, die auch verstaut nicht zu viel Platz wegnimmt, in eine Kellerecke passt und sich mehrere Jahre oder Jahrzehnte nutzen lässt?

Von vielen wird diese Diskussion sehr einseitig geführt, da die künstliche Tanne für viele eben nicht die Natürlichkeit eines Baumes wiederspiegelt. Für viele gehört ein Naturprodukt, das künstlich nachempfunden ist, zu Weihnachten einfach nicht in die gute Stube. Doch wenn man sich von diesen Punkten frei macht, dann kann ein künstlicher Weihnachtsbaum durchaus eine Alternative zur klassischen natürlichen Tanne sein. Gute künstliche Bäume lassen sich heute kaum noch von echten Bäumen unterscheiden, nur das diese häufig einfach zu perfekt ausschauen.

Auzug aus einer kleinen Diskussion zum Thema Weihnachtsbaum

Hier kommen wir nun zu der Diskussion, bei der ich eben für eine solche Alternative geworben habe. Wir selber nutzen seit fünf Jahren einen künstlichen Weihnachtsbaum, der aus einem Metallgestell und Luvi (PVC Folie) besteht. Als ich dies im Rahmen der Diskussion anmerkte, wurde ich von einem der dabei stehenden pseudo „Ökolatschenträger“ (alles nicht abwertend gemeint) mit seiner lässig präsentierten Fair Trade Tasche und seiner frisch erworbenen zwei Meter Bio-Öko-Tanne massiv angegangen, wie wir zu einem derart unökologischen und überhaupt nicht nachhaltigem Produkt greifen könnten. Insbesondere in Zeiten, wo ganze Meere im Plastik ertrinken würden. Der Versuch ihm zu erklären, warum eine künstliche Tanne durchaus nachhaltiger sein kann, war zunächst verhältnismäßig zweckfrei, da gegen seine Ideologie für einen natürlichen Bio-Weihnachtsbaums nicht anzukommen war.

Argumentativ still wurde der Mann allerdings, als ich ihn auf die unökologischen Aspekte seines frisch erworbenen Bio-Weihnachtsbaums angesprochen habe und dass sein Weihnachtsbaum durchaus nicht „plastikfrei“ wäre. Sein frisch erworbener Weihnachtsbaum befand sich nämlich für den Transport in einem der klassisch verwendeten Kunststoffnetze. Ihr kennt diese Netze sicherlich auch, der Baum wird zum Transport durch eine Runde Tonne geschoben, wodurch sich die Äste durch das enge Netz an den Baum anlegen und sich dieser so einfacher transportieren lässt.

Auf die Frage, ob dies nicht eigentlich ein Widerspruch in sich wäre, gegen einen künstlichen Weihnachtsbaum zu wettern, weil dieser in Teilen aus Plastik (bei uns aus Luvi) bestände, aber für den Transport einer Bio-Tanne jährlich zu einem Plastiknetz zu greifen, wurde er dann ziemlich wortkarg. Stattdessen gab er sogar noch zu, dass es nicht mal nur dieses eine Netz gewesen wäre, da der Händler den Baum bereits in einem Netz dort liegen hatte und zur Ansicht das erste Netz entfernt und entsorgt hätte. Kurz darauf verabschiedete sich der Mann aus der Diskussion und ging seines Weges.

Echter oder künstlicher Weihnachtsbaum?

Was ist nachhaltiger? Natürlicher Weihnachtsbaum oder künstlicher Weihnachtsbaum?

Verfechter beider Seiten haben mit ihren Argumenten nicht unrecht und es gibt tatsächlich einige Studien, die behaupten, dass natürliche Weihnachtsbäume ökologischer wären, da eben auch künstliche Weihnachtsbäume nach einigen Jahren entsorgt werden. Alle diese Studien werden überall zitiert, doch auf welcher Grundlage bspw. die Basisdaten der Studien erstellt wurden, lässt sich nirgends einsehen.

Laut diesen Studien dauert es (je nach Studie) zwischen 6 und 20 Jahren bis der künstliche Baum die bessere Ökobilanz aufweist. Ich stelle mir hier die Frage, was genau wurde in den Studien berücksichtigt? Ich vermute, es geht um die rein technischen Aspekte. Keinerlei Berücksichtigung finden in diesen Studien sicherlich weniger nachhaltige Aspekte wie Monokulturen, Einsatz von Insektiziden und ähnliches. Ich vermute, dass diese Studien sich ausschließlich auf Materialien und Ressourcen (Transport, energetischer Aufwand bei der Produktion, Materialien und vielleicht auch noch soziale Aspekte, …) konzentrieren. Inwieweit sich der Anbau der Weihnachtsbäume auf die Umwelt (Böden, Insekten, …) selber, eben durch den Einsatz von Pestiziden, auswirkt, ist vermutlich nicht Teil der in den Studien berücksichtigten Daten.

Pro & Kontra

Die Befürworter der klassischen Tanne schätzen zudem das Naturprodukt, das Ambiente, das von einem echten Baum ausgeht und den Duft nach Harz und die Vielfalt der verschieden Hölzer. Allerdings steht ein künstlicher Baum dem nicht mehr viel nach, denn viele wirken heute tatsächlich täuschend echt und sind kaum von echten Bäumen zu unterscheiden. Nur beim Duft kann der künstliche Baum noch nicht mithalten.

Darüber hinaus wird von Befürwortern des klassischen Christbaumes argumentiert, dass die meisten künstlichen Weihnachtsbäume in China hergestellt werden und die Ökobilanz daher alleine aufgrund der Transportwege miserabel ist.

Ein künstlicher Weihnachtsbaum wird allerdings nur einmal transportiert, während der natürliche Baum jährlich gekauft, transportiert und entsorgt werden muss. Jährlich fahren so vor Weihnachten viele Schwerlaster durch die Gegend, um Weihnachtsbäume auszuliefern und später hunderte von Müllfahrzeugen durch Deutschland um die alten Weihnachtsbäume einzusammeln und der Entsorgung zuzuführen. Der künstliche Weihnachtsbaum kann dagegen zusammengeklappt werden und wird bis ins nächste Jahr in einer Ecke im Keller oder auf dem Dachboden gelagert.

Richtig ist, zwei von drei künstlichen Weihnachtsbäumen werden in China gefertigt. Die meisten natürlichen Weihnachtbäume kommen dagegen tatsächlich aus Deutschland, nur ca. 7.000.000 Bäume werden eingeführt – meist aus Skandinavien. Echte Bäume tragen während des Wachstums tatsächlich positiv zur CO2-Bilanz der Umwelt bei. Selbst wenn diese verbrannt werden, denn dann ist CO2-Bilanz in der Regel neutral.

Dagegen steht, dass die meisten hiesigen Bäume aus großen Monokulturen stammen, die stark mit Pestiziden (siehe oben auch Link zu BUND) belastet sind und nur die wenigsten Bäume tatsächlich nach ökologischen Aspekten angepflanzt und gezogen werden.

Doch auch der echte Baum ist häufig nicht plastikfrei. Selbst Bio-Weihnachtsbäume werden für den Transport in Kunststoffnetze gepackt und diese Netze aus Plastik verursachen ebenso Mengen an Plastikmüll. Wenn man nur einmal annimmt, dass ein Drittel der jährlichen Weihnachtsbäume so transportiert werden, dann ist das eine unglaubliche Menge an Kunststoffnetzen.

Unser Fazit ist, ein hochwertiger und qualitativ guter künstlicher Weihnachtsbaum ist heute kaum noch von einem echten Baum zu unterscheiden. In den ersten Jahren mag die Ökobilanz schlechter sein, als bei einem echten Baum, doch dieser Nachteil kompensiert sich mit den Jahren, wenn man seinem künstlichen Baum treu bleibt, auf nahezu Null.

Echter oder künstlicher Weihnachtsbaum?

Welchen Weihnachtsbaum soll ich nun kaufen?

Welcher Baum ist denn nun nachhaltiger? Am nachhaltigsten ist und bleibt es, einfach keinen Baum aufzustellen. Die Frage ob natürlich oder künstlich ist dagegen deutlich schwerer zu beantworten. Es muss jeder für sich selber entscheiden, welche Art von Christbaum die richtige Wahl ist, denn die Thematik ist nicht so schwarz und weiß, wie es auf den ersten Blick erscheint. Es spricht einiges für einen echten Baum, aber auch einiges für einen künstlichen Baum. Ebenso muss immer genauer betrachtet werden, wo der einzelne Baum herkommt, denn Baum ist nicht gleich Baum. 

So haben wir für uns die Entscheidung für einen künstlichen Baum getroffen und haben vor, unseren Baum noch viele Jahre zu nutzen. Neben den bereits oben erwähnten Punkten hat ein künstlicher Weihnachtsbaum aus unserer Sicht allerdings auch noch ganz praktische Vorteile, die allerdings wertungsfrei einfließen:

  • Ein künstlicher Baum macht weniger Dreck, er harzt nicht, er nadelt nicht und hängt nicht nach wenigen Tagen bereits wie ein nasser Sack
  • Es fallen nur einmalige Anschaffungskosten an
  • Ein künstlicher Baum ist auch sehr gut für Allergiker geeignet
  • Es stellt sich keine Entsorgungsfrage, der künstliche Baum wird zusammengeklappt und verstaut. Bei einem echten, ausgetrockneten Baum muss man häufig schon in der Wohnung zur Säge greifen, da der trockene Baum sonst nicht mehr zur Wohnungstür hinaus passt.
  • Es entsteht kein Einkaufs- oder Beschaffungsstress und der Baum muss auch nicht im Auto transportiert werden.

Hier unsere Tipps zum Kauf eines echten oder künstlichen Weihnachtsbaum

Es soll ein echter Weihnachtsbaum sein?

  • Kauft euren Weihnachtsbaum regional ein. Erkundigt euch, wo es in eurer Umgebung eine nachhaltig betriebene Forstwirtschaft oder Baumschule gibt, die auch Weihnachtsbäume verkauft. Auch viele Biohöfe haben eine kleine Anzahl von Weihnachtsbäumen im Angebot.
  • Achtet ansonsten darauf, dass euer Weihnachtsbaum nicht aus Monokulturen stammt und ggf. entsprechend zertifiziert ist.
  • Habt ihr einen großen Garten, ist vielleicht ein kleiner Baum mit Wurzeln eine Alternative. Den Baum könnt ihr dann später auspflanzen. Doch bedenkt, nicht jede Tanne überlebt den Wechsel von kalt zu warm zu kalt.
  • Denkt daran, dem Weihnachtsbaum regelmäßig Wasser zuzuführen, auch wenn dieser keine Wurzeln hat.
  • Achtet bei der Entsorgung eures Weihnachtsbaumes darauf, dass dieser nicht in der Müllverbrennungsanlage landet sondern im Kompostwerk weiterverwertet wird. So was könnt ihr ggf. bei eurem örtlichen Entsorger in Erfahrung bringen.
  • Achtet darauf, dass für den Transport und Sicherung des Weihnachtsbaums kein Plastiknetz zur Einsatz kommt, ansonsten wird die Ökobilanz über die Jahre nachhaltig negativ beeinflusst. Verzichtet auf die Kunsstoffnetze und fragt nach Alternativen. Nehmt sonst Kordel mit und verschnürt den Baum selber. Kostet allerdings Zeit und dauert länger.

Es soll ein künstlicher Weihnachtsbaum sein?

  • Achtet beim Kauf eines künstlichen Weihnachtsbaums auf das Herstellungsland. Kauft bevorzugt Bäume die innerhalb von Europa / Deutschland hergestellt wurden. Hier könnt ihr davon ausgehen, dass auch bei der Produktion Umwelt- und soziale Standards eingehalten wurden. Darüber hinaus reduzieren sich die Transportwege
  • Es gibt Hersteller, deren Weihnachtsbäume werden aus recyceltem Kunststoff hergestellt, bevorzugt einen solchen Baum.
  • Macht euch vor Kauf klar, dass ihr mit eurem neuen Baum eine lange Bindung eingeht. Verzichtet auf modische Aspekte wie rosa Baum, künstliche Tannenzapfen oder einen Schnee bedeckten Weihnachtsbaum. Daran sieht man sich wahrscheinlich schnell satt.
  • Kauft euch einen gebrauchten Baum, denn gerade nach Weihnachten werden viele künstliche Bäume gebraucht angeboten. Unserer hat so bspw. nur einen 10er gekostet, trotz 250 Meter Höhe.
  • Je kleiner der Baum, umso weniger Plastik wurde verwendet. Überlegt euch vorher, wie groß euer Baum sein soll. Im Vergleich zu den ganzen Einwegverpackungen fällt pro künstlichen Weihnachtsbaum im Übrigen eine übersichtliche Menge an Plastik an, wobei das natürlich kein Argument ist.
  • Wem der natürliche Duft eines echten Weihnachtsbaums fehlt, kann hier mit ätherischem Öl für den Weihnachtsduft sorgen.

Alternativen zum Weihnachtsbaum

Bei Pinterest finden sich verschiedene tolle Ideen zum Thema Weihnachtsbaum. Wenn ihr komplett auf einen natürlichen oder auch einen künstlichen Weihnachtsbaum verzichten, aber das Fest nicht komplett ohne die Tradition Weihnachtsbaum begehen möchtet, so gibt es auch dafür interessante Ansätze:

Es gibt kreative Köpfe, die sich aus Treibholz oder im Wald gesammelten Ästen einen Weihnachtsbaum ohne Nadeln basteln, wieder andere, die sich einen essbaren Weihnachtbaum auf den Tisch stellen oder noch andere, die sich den Weihnachtsbaum komplett aus Bastelbögen ausschneiden und an die Wand heften. Christbaumschmuck aus Bastelpapier inklusive.

Echter oder künstlicher Weihnachtsbaum?

Die Eingangsfrage

Nochmal zur Eingangsfrage: Wie wichtig ist euch die Tradition Weihnachtsbaum und wie kauft ihr euren Weihnachtsbaum ein? Was findet ihr nachhaltiger – einen echten Baum oder eine künstliche Tanne?

Wir bleiben bei unserer Auffassung, dass ein künstlicher Baum für uns die bessere Lösung darstellt und das, obwohl wir im Alltag versuchen, möglichst wenig Plastikmüll zu produzieren. Es ist eine Lösung, für die nicht jedes Jahr ein Baum sterben muss, wo bei der Aufzucht nicht jährlich Unmengen von Umweltgiften genutzt werden, bei der nicht massenhaft Bäume durch die Gegend gefahren werden müssen, die uns kurzzeitig erfreuen und dann häufig verfeuert werden.

Am liebsten wäre uns dabei ein künstlicher Weihnachtsbaum aus Biokunststoff oder Bioplastik, doch leider gibt es bisher keinen Christbaum aus einem entsprechend nachhaltigen Plastik. Das wäre vielleicht ein Wunsch für Weihnachten, dass sich jemand dieser Geschäftsidee und der unternehmerischen Verantwortung annimmt und für das nächste Jahr künstliche Bio-Öko-Weihnachtsbäume aus Bioplastik produziert! Hätte doch was, wenn aus den Holzresten der Weihnachtsbäume des Vorjahres künstliche Weihnachtsbäume aus Bioplastik entstehen würden.

6 KOMMENTARE

  1. Guten Morgen! Ich finde, Du hast die Argumente für beide Varianten gut herausgestellt, ich sehe das genauso. Wir selbst haben seit vielen Jahren keinen Baum mehr und obwohl ich längst nicht in allen Bereichen konsequent nachhaltig bin, gibt es so Bereiche, in denen es mir überhaupt nicht schwer fällt, nämlich bei Bäumen und Pflanzen. Sicher sieht ein Baum schön aus, aber ich möchte kein „totes Material“ in der Wohnung haben, so blöde das klingt und mir tun die Bäume einfach leid. Aus diesem Grunde kaufe ich auch nie Schnittblumen und im Freundeskreis weiß jeder, dass er mich mit so etwas auch nicht glücklich macht. Sie hängen tot in der Vase – ohne mich. Eingesperrte Tiere mag ich übrigens auch nicht (Kanarienvögel, Hamster usw.), aber das ist ein anderes Thema^^. Mit künstlichen Weihnachtsbäumen kann ich mich so gar nicht anfreunden, dann lieber gar keinen. Aber jeder soll das machen, was er für sich vertretbar hält und womit er sich arrangieren kann :) Liebe Grüße

  2. Ein sehr informativer Artikel! Da meine Geschwister und ich selbst noch keine Kinder haben, feiern wir bis dato immer noch bei meinen Eltern, da stellt sich die Frage daher noch nicht. In einigen Jahren mag das dann aber durchaus anders sein und ich finde das Thema auch sehr, sehr schwierig.
    Gegen einen echten Tannenbaum sträubt sich bei mir alles, ein künstlicher müsste mich beim Anschauen überzeugen, aber eigentlich gefällt mir das auch nicht so sehr… vielleicht wäre meine Lösung ein Bäumchen, wie es Franzi hier zeigt: http://www.gemueseregal.de/nachhaltigkeit/ein-nachhaltiger-weihnachtsbaum/
    – kann man ja auch selbst aus unbehandeltem Holz bauen, dann hat es noch einen etwas „rauheren“ Charakter.

    Liebe Grüße,
    Kati

  3. Vielen dank für den tollen Artikel wieder mal!!! Ich persönlich kaufe nur mehr Christbaum im Topf, weil ich nicht mehr einen toten Baum haben will, wir haben nur einen kleinen Garten, aber dafür ist auf jeden Fall Platz, leider ist der letzte beim Umtopfen dann kaputt geworden. Diesmal haben wir einen ganz Mini-Baum, denn wir feiern bei meinen Eltern und die haben eh einen Baum. Ich hoffe unserer wird uns noch viele Jahre erfreuen. :) Ich wünsche euch frohe Weihnachten und ich freue mich auf viele weitere Artikel von euch. LG Babsi

  4. Danke für die gute Darstellung beider Sichtweisen! Was mich noch interessiert hätte ist die Ökobilanz von lebenden Mietbäumen. Wir haben dieses Jahr erstmalig einen gemietet, der im Topf gezogen wurde und deshalb auch als Flachwurzler ein- und ausgegraben werden kann, ohne die Wurzeln zu verletzen. Aber: Keine Baumschule vor Ort macht das, also musste das Bäumchen per DPD transportiert werden, mit Plastiknetz und Umkarton, und nach Weihnachten gleich nochmal. Dafür darf es nach dem Fest weiter leben, statt verbrannt zu werden.
    Ich bin echt unsicher, wie nachhaltig das ist, aber ich wollte auf keinen Fall einen gefällten Baum.
    Jedenfalls sind die Kinder sehr glücklich mit der Topf-Tanne. Ich hoffe, es gefällt ihr auch bei uns.

  5. Was ist eigentlich mit den ganzen Geschenken?
    Papier, Schleifenband, etc.
    Gerade, wenn man Kinder hat sind das dann ja etliche, wie man auch auf den Bildern oben sieht.
    Habt ihr da Anregungen?

    • Sieht auf dem Bild nach mehr Geschenken aus, als es in Wirklichkeit waren, da wir den Heiligabend in einer sehr großen Runde verbracht haben. Wir benutzen bspw. Recycling oder ökologisches Geschenkpapier, eine andere Alternative sind auch Geschenkbeutel aus Stoff oder einfache Tücher. Wenn wir Pappe/Papiertaschen geschenkt bekommen, so verwenden wir die immer weiter. Wir haben dieses Jahr schon welche das dritte Jahr in Folge im Einsatz. Die Kinder haben es noch nicht gemerkt. Selbiges auch bei Schleifenband. Wir haben für Weihnachten z.B. gewebtes Stoffband, bspw. aus Leinen. Wir schneiden immer groszügig ab und das Band wickeln wir später wieder auf. Wenn die Stücke länger sind, kann man es recht gut mehrfach verwenden. Zumindest wenn es im eigenen Haushalt bleibt und das Geschenk nicht für jemand anderen ist.

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