Wildrosenöl

Wildrosenoel Hagebuttenoel Rosehip Oil
Bild: Pixabay.com
INCI-Name: Rosa Canina Seed Oil, Rosa Mosqueta Seed Oil, Rosa Canina / Rosa Mosqueta/Rosa Rubiginosa Fruit Oil, Rosa Moschata (Rosehip) Seed Oil u.a.

Nahezu jeder kennt wahrscheinlich das Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“ oder hat schon einmal Früchtetee mit Hagebutten getrunken. Doch die Frucht der Wildrose hat noch deutlich mehr zu bieten. Das aus ihr gewonnene Öl kann vielseitig zur Hautpflege und damit auch in der Naturkosmetik eingesetzt werden:

Eigenschaften Wildrosenöl

Wildrosenöl wird aus den Samen verschiedener Wildrosensorten gewonnen. Dies ist häufig die bei uns beheimatete Hundsrose bzw. Heckenrose (Rosa canina). Aber auch die Kartoffel-Rose (Rosa rugosa), die Gebirgs-Rose (Rosa pendulina) oder die insbesondere in Chile verbreiteten Wildrosenarten Rosa moschata (Moschusrose) und Rosa rubiginosa (Apfelrose, Weinrose) werden dafür genutzt. Insgesamt gibt es weltweit etwa 200 wildwachsende Rosenarten, aus denen Wildrosenöl gewonnen werden kann, wodurch es zu einer Vielfalt an INCI-Bezeichnungen dafür kommt. Deshalb werden sie oftmals unter dem Sammelbegriff Rosa Mosqueta zusammengefasst, so dass man mitunter gar nicht feststellen kann, von welcher Wildrosenart das enthaltene Wildrosenöl stammt. Dies ist aber nicht weiter problematisch, da kosmetisch alle Arten als gleichwertig angesehen werden können.

Aus den Samen, die in den Früchten der Wildrose (besser bekannt als Hagebutten) enthalten sind, wird das Öl entweder durch mechanisches Pressen oder über Extraktion gewonnen. Anschließend wird es ggf. raffiniert und in der Regel erfolgt eine Stabilisierung durch die Zugabe von Tocopherol (Vitamin E).

Der Geruch des Wildrosenöls ist eine Mischung aus süß-sauer, nussig, metallisch, fettig, fruchtig, floral und aldehydartig. Seine Färbung ist klar hellgelb bis orangerot und es ist bei Zimmertemperatur flüssig.

Das Fettsäurespektrum des Wildrosenöls zeichnet sich insbesondere durch den hohen Gehalt an den mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und α-Linolensäure aus. Linolsäure eignet sich besonders gut für empfindliche bis irritierte Haut, da sie sowohl reizlindern als entzündungshemmend wirkt. Außerdem sorgt sie für den Erhalt und die Regeneration der oberen Hautschichten.

Die antientzündlichen Eigenschaften der α-Linolensäure wirken sich insbesondere bei Hautproblemen wie entzündlichen Pickeln oder Flechten positiv aus. Außerdem gilt sie als ausschlaggebender Nährstoff im menschlichen Organismus.

Auch wenn die Ölsäure mit etwa 14% einen nicht so großen Anteil im Fettsäurespektrum von Wildrosenöl ausmacht, sorgt sie doch dafür, dass das Öl sich gut verteilen lässt und verbessert die Aufnahme anderer Wirkstoffe aus dem Wildrosenöl.

Darüber hinaus zeichnet sich natives Wildrosenöl durch einen hohen Gehalt an Vitamin A in Form von Transretinolsäure aus. Dieses regt die Zellerneuerung an, stimuliert die Collagensynthese und wirkt regenerierend.

Aufgrund dieser Zusammensetzung unterstützt Wildrosenöl die Hautregeneration wie kein anderes Öl und eignet sich sehr gut zur Behandlung von trockener, schuppiger Haut, Pigmentflecken und Narben.

Wildrosenöl enthält außerdem weitere wichtige Mineralstoffe und Vitamine wie Zink, Calcium, Magnesium, Natrium, Eisen, Kupfer, Phosphor, Vitamin B1 und B2. Entgegen anderslautenden Quellen beinhaltet Wildrosenöl allerdings nicht den hohen Vitamin C-Gehalt der Hagebutte.

Ölsäure14-16%
Palmitinsäure4-8%
Stearinsäure2-3%
Linolsäure36-55%
a-Linolensäure20-27%
Unverseifbares0,9-2,5%
Iodzahl152-176
Verseifungszahl189-193
Tocopherol32-47mg/100g
Komedogenität1
Wildrosenoel Hagebuttenkernoel Rosehip Oil
Bild: Pixabay

Anwendungsgebiete Wildrosenöl

Wildrosenöl eignet sich sehr gut für trockene, reife, aber auch entzündliche Haut, insbesondere wenn man es mit Nachtkerzenöl kombiniert, das die Haut noch mit γ-Linolensäure versorgt. Das Wildrosenöl unterstützt die Zell- und Geweberegeneration, fördert die Hautelastizität, reduziert feine Linien und Falten und hellt Altersflecken auf. Dadurch können die Zeichen der Hautalterung zwar nicht aufgehalten, aber zumindest reduziert werden.

Trockene Haut wird durch Wildrosenöl wieder hydratisiert, da die Zellmembranen regeneriert werden und so die Feuchtigkeit besser bewahren können.

Mit der Zugabe weniger Tropfen Wildrosenöl kann die Pflege der genutzten Gesichtscreme intensiviert werden und die Haut profitiert von den zusätzlichen reichhaltigen Inhaltsstoffen. Alternativ kann Wildrosenöl auch pur auf die Haut gegeben werden. Trägt man darauf dann noch eine pflegende Gesichtsmaske auf, wird die Haut viel strahlender und genährter. So wird das Wildrosenöl zum regelrechten Pflege-Booster.

Unreine Haut profitiert aber ebenfalls von Wildrosenöl, da es die Talgproduktion reguliert, verstopften Poren vorbeugt und nicht komedogen ist. Außerdem lässt es durch seine entzündungshemmende Wirkung Pickel schneller abheilen. Selbst Akne kann durch den Einsatz von Wildrosenöl bekämpft und gebessert werden.

Da Wildrosenöl schnell einzieht ohne einen Fettfilm zu hinterlassen, eignet es sich außerdem sehr gut als Make-up-Unterlage. Dazu trägt man nur 1-2 Tropfen des Öl auf die leicht feuchte Gesichtshaut auf und bekommt damit einen einzigartigen Glow.

Aber auch Sonnenschäden, Hautrötungen, Narben, Dehnungsstreifen und Akne-Narben können sehr gut mit Wildrosenöl behandelt werden, denn der Heilungsprozess wird unterstützt und das Zellwachstum gefördert.

Zur Behandlung von Narben wartet man, bis die Wunde verheilt ist und sich eine sichtbare Narbe gebildet hat. Dann tupft man zweimal täglich etwas Öl auf die Narbe und lässt es in Ruhe einziehen. Mit der Zeit wird die Narbe flacher und weniger sichtbar. Selbst alte Narben können damit noch gemildert werden und auch bei Pigmentflecken hilft diese Behandlung.

Um Dehnungsstreifen zu vermindern, sollten die betroffenen Stellen regelmäßig mit Wildrosenöl massiert werden. In der Schwangerschaft kann der wachsende Bauch regelmäßig damit gepflegt werden, um Schwangerschaftsstreifen zu verhindern.

Allgemein eignet sich Wildrosenöl sehr gut für Massagen, nicht nur am Körper, sondern auch im Gesicht. Aufgrund des recht hohen Preises sollte das Wildrosenöl für die Körpermassage aber besser mit einem anderen Basisöl kombiniert werden.

Nutzt man Wildrosenöl zur Hand- und Nagelpflege, kann Hautrissen, rauen Stellen, brüchigen Nägeln und eingerissener Nagelhaut vorgebeugt werden. Dazu wenige Tropfen auf die Nagelhaut oder andere betroffene Stellen geben und einmassieren.

Bei strohigen Haaren kann Wildrosenöl ebenfalls Abhilfe schaffen. Dazu einfach ein bis zwei Tropfen Öl nach der Haarwäsche in die Spitzen geben. Das Öl zieht schnell ein und lässt die Haare nicht fettig wirken. Außerdem beugt es Spliss vor.

Alternativ kann man Wildrosenöl auch vor dem Waschen als Kur verwenden. Dazu knetet man es in die Längen und lässt es mindestens 30 Minuten einwirken. Anschließend wäscht man die Haare wie gewohnt, die nach dieser Kur weich, glänzend und fließend sind. Bestenfalls benötigt man nach dieser Behandlung nicht mal mehr einen Conditioner.

Leidet man an Schuppen oder irritierter Kopfhaut, hilft es, wenige Tropfen Wildrosenöl in die Kopfhaut einzumassieren. Es beruhigt die Haut und spendet ihr Feuchtigkeit, so dass der Juckreiz und die Schuppenbildung deutlich gemildert werden.

Wildrosenoel Hagebuttenoel Rosehip Oil

Wildrosenöl kaufen und aufbewahren

Beim Kauf von Wildrosenöl sollte man darauf achten, ob es sich um ein raffiniertes Produkt handelt oder um ein hochwertiges, reines Hagebuttenöl. Es sollte nicht mit anderen Pflanzenölen, Zusatzstoffen oder gar Silikonen vermischt sein. Am empfehlenswertesten ist ein kaltgepresstes Öl aus biologischen Anbau.

Da Wildrosenöl sehr empfindlich ist, sollte es bevorzugt in einem dunklen Glasgefäß stecken, um vor Licht geschützt zu sein. Dadurch wird eine längere Haltbarkeit gewährleistet.

Über die Haltbarkeit des Öl findet man verschiedene Angaben. Man kann aber davon ausgehen, dass das reine Öl bei kühler und dunkler Lagerung ungeöffnet etwa drei bis sechs Monate haltbar ist. Wurde Vitamin E zur Stabilisierung hinzu gegeben, können es bei entsprechender Lagerung auch zwölf Monate sein. Am besten achtet man auf das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum.

Nach Anbruch sollte Wildrosenöl sehr zügig verbraucht werden. Die Haltbarkeit liegt dann je nach Lagerung bei etwa drei Monaten.

Hagebuttenöl selbst herstellen

Wer Hagebutten im eigenen Garten hat, kann auch mal versuchen, sich ein Hagebuttenöl für die Körperpflege selbst herzustellen.

Dazu benötigt man etwa zwei Hände voll frische Hagebutten und einen halben Liter Basisöl (z.B. Mandelöl). Die Hagebutten werden zunächst gewaschen und dann klein geschnitten. Anschließend müssen sie entweder für einige Tage an der Luft trocknen oder man legt sie für etwa zwei Stunden bei 40°C in den Backofen (zwischendurch immer mal die Tür öffnen, um die Feuchtigkeit herauszulassen).

Die getrockneten Hagebutten gibt man dann in ein großes Schraubglas und füllt es mit dem Basisöl auf. Diese Mischung muss dann mindestens eine Woche ruhen. Anschließend gibt man sie durch ein Sieb und fängt das Öl in einem anderen Gefäß auf. Nun hat man ein wunderbar duftendes Hagebuttenöl, das man für Massagen oder als Badezusatz verwenden kann.

Natürlich handelt es sich hier nur um ein Mazerat, das nicht mit dem originalen  Wildrosenöl vergleichbar ist. Es enthält aber trotzdem viele pflegende Wirkstoffe der Hagebutte.

Naturkosmetik mit Wildrosenöl

Auch in der Naturkosmetik hat man die Vorteile des Wildrosenöls bereits erkannt. So ist es bspw. in den folgenden Produkten enthalten:

Reines Wildrosenöl

Pures Wildrosenöl bekommt ihr beispielsweise von:

Ölmischungen

Von verschiedenen Herstellern werden auch Ölmischungen mit Wildrosenöl angeboten. Der Anteil dabei ist aber sehr unterschiedlich:

Weitere tolle Naturkosmetikprodukte mit Wildrosenöl findet ihr beispielsweise bei Bio-Naturel.